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Aus den Schrecknissen des Krieges hat Europa die eine Lehre gezogen: Die
Staaten sollten wirtschaftlich und politisch zusammenrücken und letztlich
in einer großen Union aufgehen. Das würde für die Zukunft die gesamte
Wirtschaft stärken und kommende Kriege innerhalb Europas unmöglich machen.
Im Jahre 1957 schlossen sich als erste Deutschland, Frankreich, Italien,
die Niederlande, Belgien und Luxemburg zusammen. Später kamen zu dieser
„Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft“ noch die Länder Großbritannien,
Irland, Dänemark, Spanien, Portugal und Griechenland dazu. Im Jahre 1995
wurden Finnland, Schweden und Österreich in die Europäische Union
aufgenommen. Vor 2 Jahren fand die große Erweiterung statt. 10 Länder,
viele von ihnen waren wenige Jahre vorher noch von Kommunisten regiert
worden, schlossen sich an: Polen, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Ungarn,
Estland, Lettland, Litauen und die beiden Inseln Malta und Zypern. Nun
besteht die Europäische Union aus 25 Staaten.
Jedes Halbjahr übernimmt
ein anderer dieser Staaten den Vorsitz (Präsidentschaft) in der
Europäischen Union. Vom 1. Jänner bis zum 30. Juni dieses Jahres ist es
unser Österreich. Dann wird der Vorsitz an Finnland weitergegeben.
Österreich ist nun zu einem Mittelpunkt der Welt geworden. Wir vertreten
die gesamte Europäische Union gegenüber Amerika, Japan, Russland und der
übrigen Welt. Wir geben die Themen bei Verhandlungen vor und sind für
zahllose Tagungen und Konferenzen verantwortlich, die in Brüssel
(Belgien), der Hauptstadt der Europäischen Union, und in Österreich
durchgeführt werden. Zu den wichtigen Themen dieses Halbjahres gehören
die Verhandlung über die Aufnahme neuer Staaten: Kroatien, Rumänien und
Bulgarien. Außerdem soll wieder über die Europäische Verfassung verhandelt
werden. In jedem österreichischen Bundesland werden die Konferenzen der
zuständigen 25 europäischen Fachminister abgehalten. Von 19. bis 21. Mai
findet die Konferenz der europäischen Umweltminister in Rust am Neusiedler
See statt. Den Vorsitz führt dort der österreichische Umweltminister Josef
Pröll.
Schließlich wird Österreich sich 6 Monate hindurch in seiner ganzen
kulturellen Vielfalt, mit seiner reichen Geschichte und der Schönheit
seiner Landschaft präsentieren können.
In jedem Halbjahr wechselt mit dem Vorsitz auch das Logo, das Symbol,
welches das Vorsitzland vorschlägt. Heuer ist es ein besonders farbiges
Symbol. In einer Reihe sind die Fahnen aller 25 Mitgliedsstaaten
aneinander gereiht. Dieses Logo ist auf dieser Seite oben zu sehen. In der
Mitte steht EU für Europäische Union, dann kommt unsere rot-weiß-rote
Fahne und schließlich stehend die Buchstaben AT (Austria) für Österreich.
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