| Erstauswanderer Antau, Pöttelsdorf, Stöttera, Rattersdorf, Unterloisdorf, Wolfau, Zemendorf, Kr. Tschantschendorf 30. Fortsetzung |
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Das Gebiet zwischen Neusiedler See und Rosaliengebirge ist jener Teil des Burgenlandes, der Wien am nächsten liegt. Am Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte in Wien die große Stadterweiterung und die Industrialisierung, wozu man viele Arbeiter brauchte. Viele Leute aus den Bezirken Eisenstadt und Mattersburg fanden dort Beschäftigung und brauchten nicht auszuwandern. Vielleicht hat es dort vorher auch schon einzelne Auswanderer gegeben, aber sie sind nicht überliefert, sieht man von einer sensationellen Auswanderung aus Antau ab, die unten beschrieben ist. Der Bezirk Mattersburg weist drei Besonderheiten auf, die in keiner
anderen Landschaft des Burgenlandes vorkommen:
Bis vor kurzem glaubte man, daß 1904 als erster ein gewisser Krems aus Antau ausgewandert ist. Der erste Auswanderer dürfte aber ein gewisser Wolfsbauer gewesen sein, der bereits 1875 nach Neuseeland (!) ausgewandert ist. Um das Jahr 1907 ist Robert Köller aus Stöttera als vermutlich erster nach Amerika gefahren. Etwa gleichzeitig ist aus Pöttelsdorf ein gewisser Binder nach Chile ausgewandert. Die Auswanderung aus Rattersdorf im mittleren Burgenland richtet sich vor allem nach Kanada. Der erste, Anton Berghofer (Nr. 46), ließ sich allerdings in Chicago nieder. Die Auswanderung aus dem benachbarten Unterloisdorf ist unbedeutend. Aus dem südburgenländischen Dorf Wolfau wanderte als erster der 1888 geborene Matthias Igler nach Florida aus. Allerdings sind aus Wolfau und weiteren sieben anderen burgenländischen Dörfern im 19. Jahrhundert viele nach Slawonien, dem Gebiet zwischen Sawe und Drau in Kroatien ausgewandert. Aus bereits oben genannten Gründen war die Auswanderung aus Zemendorf und Wulkatal aus dem Bezirk Mattersburg nicht bedeutend. Als erste wanderte Josefa Hanbauer 1908 nach New York aus. Die Auswanderung aus Kroatisch Tschantschendorf bei
Güssing hat im selben Jahr begonnen. Von dort sind bis 1939 insgesamt 41
ausgewandert, von denen 11 wieder zurückgekommen sind. Nach dem Zweiten
Weltkrieg fuhren 15 nach Amerika, von denen 3 wieder zurückgekommen sind.
Von diesem Ort waren viele in der landwirtschaftlichen Saisonarbeit
beschäftigt. Im Jahre 1935 waren von den damaligen 187 Einwohnern 43
Personen (23%) auf Grünarbeit. Fortsetzung folgt |
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| Burgenlaendische Gemeinschaft 4-6 2005 Nr.394 | Zeitungsarchiv, Serien |