| Erstauswanderer Kroatisch Ehrensdorf, Kroatisch Minihof, Großmutschen, Kotezicken, Mischendorf, Hannersdorf 25. Fortsetzung |
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Die Auswanderung nach Chicago erfährt um die Jahrhundertwende ihren ersten Höhepunkt. Nahe der Stadt liegt der Ort South Bend. Dorthin beginnt im Jahre 1902 die massive Einwanderung von Kroaten aus dem mittleren Burgenland.
In Kroatisch Ehrensdorf, einem kleinen Dorf mitten im ausgedehnten Punitzer Wald, gab es das Gasthaus Kiss. Von dort ist als erster im Jahre 1900 Georg Kiss ausgewandert. Es war vor allem Neugier, die ihn dazu trieb. Er wollte sich die Lebens- und Arbeitsverhältnisse in Amerika einmal ansehen. Nach 3 Jahren kehrte er wieder zurück, um seine Freunde und fast alle seine Verwandten zu holen. Von diesen sind allerdings 22 wieder in die Heimat zurückgekehrt. Die anderen blieben in Northampton. Im Jahre 1923 waren es bereits 23 Personen, die in den dortigen Zementmühlen gearbeitet haben. Heute zählt der Ort nicht einmal 90 Einwohner. Die ersten Auswanderer aus Kroatisch Minihof, einem kroatischen Ort im mittleren Burgenland, sind zugleich die Pioniere der burgenländischen Ansiedlung in South Bend. Zu diesen Gründern dieser kroatischen Kolonie zählen Nikolaus Wukovits (1877) und sein gleichaltriger Freund Paul Kuzmich. Letzterer hat 1906 Christine Bajerich aus Nikitsch geheiratet. Dies war die erste Kroatenhochzeit in South Bend. Bereits am 1. Jänner 1905 haben 6 Einwanderer aus Nikitsch, 4 aus Kroatisch Minihof und 2 aus Unterpullendorf den „St. Antons Verein“ in South Bend gegründet („Sveti Antonia Druztvo“ - „St. Anthony’s Sick Benefit Society“). 1927 lebten bereits 150 Auswanderer aus Kroatisch Minihof in South Bend, 1957 waren es bereits 120 Familien. Zum Vergleich: Kroatisch Minihof zählt heute 370 Einwohner. Noch zwischen 1950-60 sind aus diesem Ort 42 junge Leute nach Amerika ausgewandert. Wie sehr Kroatisch Minihof mit South Bend verbunden ist, zeigt die Tatsache, daß es dort eine Straße gibt, die „Sotbend“ heißt. Südlich von Kroatisch Minihof liegt das Dorf Großmutschen. Von
dort ist der 1878 geborene Alexander Mersich 1902 als erster ausgewandert.
Seine Tochter Emma Bubick lebt im Phönix im Bundesstaat Arizona und hält
dort Kontakt mit den im Westen Amerikas lebenden Burgenländer. In Mischendorf dominiert die Chicagowanderung. Von dort sind 1902 als erste 25 Personen ausgewandert. Von den insgesamt 152 Auswanderen zogen 140 nach Chicago und nur 7 nach New York. Eine Familie mit 5 Personen ist später nach Canada gezogen. Eine Zählung, die Kolly Knor vor 30 Jahren in Chicago durchgeführt hat, ergab 224 Personen, die von Mischendorf abstammen. Ihre Heimatverbundenheit kommt auch dadurch zum Ausdruck, daß sie bei der Schaffung von Gemeinschaftseinrichtungen den überwiegenden Anteil mit ihren Dollars bestritten: 1905 das Amerikanerkreuz am Angerplatz, 1921 das Kriegerdenkmal, 1922 die 2 Glocken und 1950 die Motorspritze. Mit Ringhofer beginnt 1902 die Auswanderung aus Hannersdorf. Mehr als 100 Personen sind von dort nach Amerika gefahren, fast alle nach Chicago. Fortsetzung folgt |
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| Burgenlaendische Gemeinschaft 4-6 2005 Nr.394 | Zeitungsarchiv, Serien |