Jahr des Gedenkens


Die große Zahl von Jubiläen im Jahre 2005 sind Anlaß zur Rückbesinnung auf jene Zeit, in der alles geschaffen wurde, was heute ist. Diese Einsichten und Erfahrungen, die dabei gewonnen werden, können ein Beitrag sein, die Zukunft zu gestalten.

Bundesregierung, Bundesländer, Gemeinden, Bundesheer, Schulen und viele private Einrichtungen werden darauf in zahlreichen Veranstaltungen aufmerksam machen. Geplant sind: Festakte, Festveranstaltungen, Ausstellungen, Gedenkfeiern, Dokumentationen, Theateraufführungen, wissenschaftliche Tagungen, Sondersendungen in Radio und Fernsehen usw. Im Burgenland gibt es vom 15. April bis 15. Juli eine große Ausstellung in Eisenstadt zum Thema „Russenzeit. Das Burgenland 1945-1955“ mit Gegenständen, die aus dieser Zeit gesammelt wurden. Auch auf der Burg Schlaining gibt es eine Ausstellung zu diesem Thema.

Die Kurzformel lautet: 60-50-10
und bedeutet die Erinnerung an die Zeit
vor 60 Jahren (1945), vor 50 Jahren (1955) und vor 10 Jahren (1995).

Vor 60 Jahren ging der Zweite Weltkrieg zu Ende. In den letzten Monaten dieses Krieges wurden unsere Städte bombardiert und von allen Seiten drangen die Alliierten kämpfend in das Deutsche Reich ein, zu welchem Österreich damals gehört hatte. Am 29. März 1945 überschritten die Soldaten der Roten Armee die Grenze bei Klostermarienberg im Bezirk Oberpullendorf. Sie waren die ersten alliierten Soldaten in Österreich. Am 27. April 1945 wurde die Zweite Republik gegründet und im Oktober darauf das Burgenland wieder als eigenes Bundesland eingerichtet. Die großen Repräsentanten dieser Zeit waren Karl Renner (Bundespräsident), Leopold Figl (Bundeskanzler). Lorenz Karall war der erste Landeshauptmann im Burgenland.
Seit 60 Jahren gibt es wieder Frieden in unserem Land.

Vor 50 Jahren erhielt Österreich seinen lang ersehnten Staatsvertrag und die alliierten Besatzungstruppen zogen ab. Am 15. Mai 1955 verkündete der damalige Außenminister Leopold Figl nach der Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrages im Schloß Belvedere in Wien: „Österreich ist frei!“ Dann begannen in ganz Österreich die Glocken zu läuten. Am 26. Oktober 1955 wurde das Neutralitätsgesetz beschlossen. Dieser Tag ist heute Nationalfeiertag. Seit 50 Jahren ist Österreich ein freier Staat. Im Jahr 1955 gab es weitere wichtige Daten: Österreich wird Mitglied der Vereinten Nationen und des Europarates. Staatsoper und Burgtheater, die im Krieg zerstört worden waren, werden wieder aufgebaut und feierlich eröffnet.
Mit großer Freude wurde auch die Wiedererrichtung des österreichischen Bundesheeres aufgenommen. 17 Jahre lang haben fremde Truppen Österreich besetzt gehabt, nun gibt es wieder österreichische Soldaten in unserer Heimat. Schließlich wurde im Jahr 1955 auch das Fernsehen in Österreich eingeführt.

Vor 10 Jahren ist Österreich der Europäischen Union beigetreten. Unser Land ist nicht mehr am Rande Europas sondern ein Teil davon und nach der Grenzöffnung gegenüber den ehemals kommunistischen Nachbarstaaten sind wir wieder in die Mitte Europas gerückt. Seit 10 Jahren ist Österreich ein Teil der großen europäischen Gemeinschaft.
Die österreichische Bundesregierung lädt alle ein, an diesen vielen Veranstaltungen teilzunehmen, Österreich neu zu entdecken und mitzufeiern.

 

BG-HomeSeitenanfang

Burgenlaendische Gemeinschaft 1-3 2005 Nr.393 Zeitungsarchiv