| Erstauswanderer Bocksdorf, Rohr, Heugraben, Eisenhüttl, Litzelsdorf 22. Fortsetzung |
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Die letzten Landschaften, die von der Auswanderungswelle erfaßt worden sind, waren das obere Zickental und dann besonders massiv das untere Pinkatal (Pinkaboden).
In Bocksdorf und in den benachbarten Gemeinden des oberen Zickentales (Heugraben, Rohr, Eisenhüttl) setzt die Auswanderung gleichzeitig im Frühjahr 1901 ein. Sie ist zahlenmäßig weniger bedeutsam, weil in diesen Dörfern die landwirtschaftliche Saisonarbeit sehr verbreitet war, besonders in den kroatischen Gemeinden Heugraben und Eisenhüttl. Junge Leute aus Rohr arbeiteten sogar auf Gutshöfen in Deutschland, andere wieder waren Saisonarbeiter außerhalb der Landwirtschaft. Der erste Amerikawanderer aus Rohr war Johann Hirschbeck (Nr. 62). Josef Zloklikovits, geb. 1869 (Nr. 67), wanderte als erster aus Heugraben aus. Zuerst war er in Wien als Hilfsarbeiter tätig, dann schloß er sich 1901 einer Gruppe von Auswanderern an, die aus der Gegend von Güssing aufgebrochen waren. Zweimal mußte er den Ozean überqueren, bis man ihn endlich aussteigen ließ. Er mußte sich nämlich zuerst seine Überfahrt durch Arbeiten auf dem Schiff verdienen. Nachdem er in New York an Land gegangen war, schickte er eine kurze Nachricht nach Hause, die zugleich seine letzte war. Man hat nie mehr etwas von ihm gehört. Im Jahre 1907 ist wieder eine starke Gruppe ausgewandert. Insgesamt sind aus Heugraben 72 nach Amerika gezogen, davon mehr als die Hälfte nach New York. Einige ließen sich in Buffalo und Kanada nieder. Eisenhüttl ist der einzige Ort, in dem jeder einzelne Auswanderer erfaßt werden konnte. Es sind genau 150. Der erste war Karl Imp (Nr. 5), den man besser mit seinem kroatischen Spitznamen „kral“, was „König“ heißt, kannte. Er zog 1901nach New York, besuchte 1911 noch einmal seine Heimat und kam dann nicht mehr. Er arbeitete bis in das hohe Alter in der Firma „East Bay Iron Works“ in der Bronx, die seinen Neffen Eduard und Stefan (siehe Seite 12) gehörte. Der zweite Auswanderer war Josef Rosenkranz (Nr. 9), der sich als Bildhauer betätigt hatte und im Frühling 1902 über die Schweiz und Frankreich nach New York gefahren ist. Noch im Herbst desselben Jahres folgte ihm sein Bruder Paul, ferner Josef Wukitsevits (Nr. 4), die Brüder Paul und Andreas Klanacsky (Nr. 60) sowie Andreas Jaksits (Nr. 2). Als erste Frau ist Theresia Klanacsky (Nr. 8) im Jahre 1903 ausgewandert. Die früheren Auswanderer aus Eisenhüttl ließen sich sich zu 2/3 in New York und zu 1/3 in Detroit nieder, wo sie in der Autoindustrie Arbeit fanden. Allein aus dem Hause Imp (Nr. 5) sind 10 Personen nach Amerika gezogen. Noch vor dem Ersten Weltkrieg sind 89 ausgewandert, davon 16 noch vor Kriegsbeginn zurückgekerht. Die Auswanderung war in jener Zeit noch als Saisonwanderung angelegt gewesen. Die letzten Auswanderer aus Eisenhüttl waren Alfed Sosztarich (Nr. 61), der 1949 nach Argentinien und Elsa Seidl (Nr. 45), die 1962 nach Kalifornien gezogen sind. Die meisten Auswanderer aus Litzelsdorf im oberen Stremtal zogen
nach Buffalo, wohin auch der gößte Teil aus der benachbarten kroatischen
Gemeinde Stinatz gezogen ist. Der erste aus Litzelsdorf war Nikolaus Samer. |
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| Burgenlaendische Gemeinschaft 9/10 2004 Nr.391 | Zeitungsarchiv, Serien |