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Am 1. Mai 2004 wurde die Europäische Union, die bisher 15 Staaten umfaßt hatte, um weitere 10 Staaten erweitert, unter ihnen die 3 Nachbarstaaten des Burgenlandes: Slowakei, Ungarn, Slowenien. Seit diesem historischen Tag ist das Burgenland kein Grenzland mehr, sondern in die Mitte Europas gerückt.
Bis 1921gab es keine Grenze zu Ungarn und jetzt wird es auch wieder so sein.
Der 1. Mai ist ein Meilenstein in der Geschichte unseres Landes. An diesem Tag hat die jahrzehntelange Teilung Europas in West und Ost ihr lang ersehntes Ende gefunden. Für alle Länder, besonders für das Burgenland, das nun in der Mitte Europas liegt, ergeben sich neue Entwicklungschancen. An diesem denkwürdigen Tag wurde auch der Grenzübergang bei Heiligenbrunn - Pinkamindszent eröffnet.
Die neu hinzugekommenen Staaten sind: Estland, Lettland, Litauen, Polen,
Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien. Sie standen alle bis vor 15 Jahren unter kommunistischer Herrschaft und gehörten auch militärisch dem Ostblock an. Die zwei anderen Staaten sind Malta und Zypern, beide Inseln im Mittelmeer. Die Europäische Union hat nun 455 Millionen Einwohner, das sind mehr als die USA und Japan zusammen haben.
Jetzt sind alle Länder, die früher einmal die Österreich-Ungarische Monarchie ausgemacht haben, wieder unter einem Dach vereint (ausgenommen Kroatien und das rumänische Siebenbürgen). Für einige Jahre gelten noch die alten Grenzen, aber es werden keine Zölle mehr eingehoben. Wir sind jetzt auf dem Weg zu einem „Vereinigten Staaten von Europa“, in denen es untereinander keine Kriege mehr geben wird.
In vielen Orten entlang der Grenze fanden am 30. April und am 1. Mai aus diesem Anlaß große Feste der Begegnung mit Gottesdiensten, Festakten und Volksfesten statt. Über hunderte Kilometer gab es ein tausendfaches Händeschütteln. Wo noch vor wenigen Jahren der Eiserne Vorhang die Menschen getrennt hat, gehen jetzt die Menschen aufeinander zu. Es waren eindrucksvolle und berührende Begegnungen.
In Pernau (Pornóapáti), einem ungarischen Ort gegenüber dem burgenländischen Eisenberg, wurde am 30. April ein Gedenkbaum gepflanzt. Nach den Festreden von Landeshauptmann Niessl und dem Komitatspräsidenten Péter Markó erklangen die ungarische und österreichische Nationalhymne. Anschließend wurde der Grenzschranken durchsägt. Um Mitternacht, dem Zeitpunkt, als Ungarn in die Europäische Union eingetreten ist, wurde die Europafahne aufgezogen, die Europahymne erklang und ein prachtvolles Feuerwerk veranstaltet. Sie waren eindrucksvolle Zeichen einer neuen und hoffentlich friedlichen Zeit.
Ähnliche Feierlichkeiten fanden auch statt in:
Kittsee-Jarovce (gegenüber Slowakei); Deutsch Jahrndorf-Rajka-Rusovce am Dreiländereck im Norden; Andau-Moszonszentjános an der historischen Brücke von Andau, über welche 1956 zahllosen Ungarn die Flucht in die Freiheit gelungen ist; Pamhagen-Fertöd; Mörbisch-Fertörákos; Klingenbach-Sopron, Deutschkreutz-Nagycenk; Rattersdorf-Köszeg; Rechnitz-Bozsok; Schachendorf-Bucsu; Heiligenkreuz-Rábafüzes; Inzenhof-St. Emmerichskirche und Bonisdorf-Kuzma gegenüber Slowenien am südlichen Dreiländereck.
So begrüßen wir unsere burgenländischen Nachbarn in ihrer Landessprache und heißen sie im größer gewordenen Europa willkommen:
Willkommen in der Europäischen Union!
Üdvözölünk EU-szomszèdok!
Dobrodosli sosedje u EU!
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