| Erstauswanderer Podersdorf, Krensdorf, Stinaz, Sulz, Heiligenbrunn, Krobotek 19. Fortsetzung |
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Die Kroaten und Ungarn des Burgenlandes unterscheiden sich in ihrem
Auswanderungsverhalten nicht wesentlich von dem der Deutschen. Nicht die
Sprache war für die Ansiedlung auschlaggebend, sondern persönliche
Beziehungen. Wo immer sich der erste niedergelassen hat, dorthin zog er
auch Freunde und Verwandte nach. In Chicago lebten so viele Großfamilien
aus Neuberg und Güttenbach, daß sie „Cousins-Picnics“ mit hunderten
Teilnehmern veranstalten konnten. Wegen der Nähe Wiens und den dortigen Arbeitsmöglichkeiten sind nur wenige Kroaten aus dem Nordburgenland ausgewandert. Die Kroaten des Mittelburgenlandes (Warasdorf und Umgebung) siedelten vor allem in South Bend bei Chicago. Die Kroaten von Güttenbach und Neuberg zogen vor allem nach Chicago, die aus Stinatz nach Buffalo und die Ungarn aus Unterwart ließen sich in großer Zahl in St. Louis nieder.
Die ersten Auswanderer aus Podersdorf am Neusiedler See haben nachweislich im Jahre 1897 ihre Heimat verlassen. Bis 1923 sind etwa 40 Personen nach Amerika gefahren. Ein Jahr später beginnt die Auswanderung in Krensdorf im Bezirk Mattersburg. Allerdings soll bereits in der Mitte der 80er Jahre ein mittlerweile vergessener Krensdorfer nach Amerika gefahren sein. Die Stadt Buffalo an der schmalen Landbrücke zwischen Ontariosee und Eriesee an der Grenze zu Kanada war Ziel der meisten Auswanderer aus Stinatz. Die Leute aus Stinatz sind Händler gewesen. Unter ihnen gab es auch einen gewissen Johann Fabsits (Nr. 102), der Äpfel nach Ungarn geliefert hat. Im Jahre 1898 entschloß er sich, nach Amerika zu fahren. Er borgte sich Geld aus und fuhr nach Buffalo, ohne daß er dort jemanden gekannt hätte. Er hat zwischen Broadway und Emslie-Street gewohnt und in einem Schlachthof gearbeitet. Zwischen 1903-07 zog er den größten Teil seiner Verwandten und Freunde nach. Sie begründeten die burgenländische Kolonie in Buffalo. Die Burgenländer in der Stadt kommen zu 90% aus Stinatz. So gibt es im Telefonbuch von Buffalo u.a. 30 Grandits, je 20 Horvatits und Kirisits, 13 Resetarits, 11 Orsolits, 4 Sifkovits, 4 Stoisits, 3 Wukovits. Bis 1910 verlor die Gemeinde Stinatz 10% ihrer Bevölkerung durch Auswanderung. 120 Auswanderer sind namentlich bekannt (77 Männer, 43 Frauen). Der erste Auswanderer aus Sulz bei Güssing war der 1875 geborene Florian Csekits (Nr. 47). Nach Ableistung des Militärdienstes ist er wahrscheinlich 1898 nach Amerika gefahren und hat in Nazareth vermutlich in einer Zementfabrik gearbeitet. Wahrscheinlich auch im Jahre 1898 (bei mit + gekennzeichneten Orten kann die Auswanderung 1-2 Jahre früher oder später gewesen sein) hat die Auswanderung im Heiligenbrunn begonnen. Sie hat sich zahlenmäßig allerdings in Grenzen gehalten. Aus Krobotek ist als erster Karl Schmidt (29.5.1883)
ausgewandert. Am 12.4.1898 hat er in Antwerpen das Schiff „Westernland“
bestiegen, mit dem er am 22.4.1898 in New York angekommen ist. Ein
bekannter Auswanderer aus Krobotek war Emil Gerger, der in der
Zwischenkriegszeit in den USA „Gerger’s Orchestra in New Britain“
gegründet hat. Zurückgewandert leitete er dann in Maria Bild die bekannte
Tanzkapelle Gerger.. Fortsetzung folgt |
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| Burgenlaendische Gemeinschaft 3/4 2004 Nr.388 | Zeitungsarchiv, Serien |