| Güssing - 30 Jahre Stadt |
|
Graf Wolfer
und sein Bruder Heinrich begründeten um das Jahr 1140 das Geschlecht der
„Grafen von Güssing“ und errichteten eine Burg auf dem Berg „Kiscen“ sowie
die noch heute stehende Jakobikirche am Fuße des „Monte Quizin“. Der
Burgberg wurde also ursprünglich „Kiscen“, dann „Quizin“, später auch „Gising“
genannt, bis der heutige Name „Güssing“ entstanden ist. Im Dialekt wird
die Stadt immer noch „Gissing“ genannt. Mit Gründung des Franziskanerklosters Güssing durch Adam Batthyany im Jahre 1648, durch den Baubeginn des Kastells Batthyany und des Schlosses Draskovich im 18. Jahrhundert sowie die Errichtung eines Bezirksgerichtes und durch den Bau des Krankenhauses im 19. Jahrhundert gewann Güssing immer mehr an Bedeutung. Nach den Wirren der beiden Weltkriege war auch das wirtschaftliche Leben in Güssing stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Von 1899-1945 gab es auch eine Eisenbahnstrecke von Güssing nach Körmend. Gleich nach Kriegsende 1945 begann der „bestellte“ (nicht gewählte) Gemeinderat unter dem Druck der russischen Besatzung mit dem Wiederaufbau der Gemeinde.1950 konnte der erste frei gewählte Gemeinderat seine Arbeit aufnehmen. Das Rathaus wurde errichtet, die Grabenstraße ausgebaut, mit Wohnungsbau, Kanalbau, Wasserleitungsbau begonnen und eine öffentliche Beleuchtung installiert. 1963 wurde das Schwimmbad errichtet. Ein moderner Kindergarten wurde in Betrieb genommen. Im Schuljahr 1963/64 nahm das Musisch-pädagogische Bundesrealgymnasium den Unterricht auf. Auf Initiative der Gemeinde konnte mit dem Neubau der Schulgebäude, der Bezirkshauptmannschaft, des Bundesamtsgebäudes (Bezirksgericht, Vermessungsamt, Gendarmerie) begonnen werden. Die bisher selbständigen Gemeinden Steingraben, Glasing und Urbersdorf wurden mit 1. Jänner 1971 der Großgemeinde Güssing eingemeindet. Den Mühen und Plagen der Gemeindeväter und der Bevölkerung von Güssing,
die für das Aufblühen des wunderschönen Ortes am Fuße der mächtigen Burg
Güssing verantwortlich zeichneten, ist es zu verdanken, daß im Jahre 1973
die Großgemeinde Güssing wiederum zur „Stadtgemeinde Güssing“ erhoben
wurde. Auf dem vollbesetzten Hauptplatz haben am Sonntag, dem 24. Juni
1973 Landeshauptmann Theodor Kery und Landesrat DDr. Rudolf Grohotolsky
dem Bürgermeister Karl Holper in feierlicher Form die nachstehende Urkunde
überreicht: Als Kulturstadt hat Güssing ein
besonderes Profil erhalten. Mit dem Bau des Kulturzentrums sind
Großveranstaltungen in Güssing möglich, zu welchen die „Güssinger
Musiktage“, die „Güssinger Begegnung“ und der „Güssinger Kultursommer“
gehören. Burg und Burgspiele sind besondere Anziehungspunkte, das
„Historische Stadtfest“ im August ein Höhepunkt im Jahresablauf. Eine wichtige Investition in die Zukunft ist der Tourismus mit neuen Hotels und Sportanlagen in einer natürlichen und gesunden Umgebung. Erholungsgebiete sind der „Naturpark Weinidylle“, der „Naturpark Urbersdorf“, die stillen Wälder und die schönen Dörfer. Ein besonderer Wert ist die Gastfreundschaft der Menschen. Gilbert Lang, Oberamtmann |
| Burgenlaendische Gemeinschaft 3/4 2003 Nr.382 | Zeitungsarchiv |