New York, New York.....



So beginnt nicht nur ein berühmtes Lied, das der unvergessliche Frank Sinatra gesungen hat. New York ist auch jene Stadt, die in der Geschichte der Auswanderung eine ganz große Rolle spielt. Schließlich sind alle, die in die Vereinigten Staaten eingewandert sind, zunächst einmal in New York angekommen.

Als ich 1956 erstmals nach Amerika gefahren bin, erlebte ich selbst, wie die zahlreichen Auswanderer auf dem Schiff am letzten Tag unserer Fahrt nach New York Ausschau gehalten haben. Das Vorbeifahren an der Freiheitsstatue, die Symbol und Mythos zugleich ist, war für alle ein besonderes Erlebnis. Ich konnte nachempfinden, welche Erleichterung aber auch Wehmut die früheren Auswanderer empfunden haben. Sie fühlten sich jetzt frei von den Zwängen der alten Welt und spürten Hoffnung auf ein besseres Leben in der neuen Welt. Sie wußten, daß sie hart werden arbeiten müssen, aber es war das Land, das ihnen mehr Chancen bieten konnte als die alte Heimat.
Aber bevor die Einwanderer an Land gehen konnten, mußten sie noch für ein paar Tage in die Quarantäne-Station auf Ellis-Island, bis man wußte, daß sie keine ansteckenden Krankheiten mitgebracht haben. Dort befand sich früher einmal der Garten eines Schloßes (Castle Garden). Daher nannten die angekommenen Burgenländer, die ja nicht Englisch konnten, diese Station „Kesselgarten“. Heute befindet sich dort ein Museum, in welchem unter anderm auch Exponate der Familie Wenzel ausgestellt sind. John Wenzel aus Grodnau war der Begründer der Burgenländer-Kolonie in Chicago.

New York ist die Weltstadt schlechthin, war jahrzehntelang die größte Stadt der Welt und ist heute noch Mittelpunkt der Weltpolitik und der Weltwirtschaft. New York ist aber auch Weltstadt der Kultur, der Musik, des Musicals, eine Stadt, die nie schläft. New York ist eine schöne, faszinierende Stadt.

Für die meisten der früheren Auswanderer aus dem heutigen Burgenland war New York nur das Eingangstor. Sie zogen dann weiter nach Mittelwesten, später nach Chicago und Pennsylvanien. Erst um die Jahrhundertwende sind die ersten in großer Zahl in New York geblieben. Sie lebten in Manhattan, Queens und Brooklyn, waren Hilfsarbeiter und Hausgehilfinnen. Viele arbeiteten in den von Deutschen geführten Bierbrauereien, wie Schäffer, Rheingold, Knickerbocker u.a. In ihrer Freizeit kamen sie in den burgenländischen Wirtshäusern zusammen. Dort wurde gesungen und gespielt und viele Ehen haben dort ihren Anfang genommen.

Vor 80 Jahren wurde der „1. Krankenunterstützungs-Verein New York“ gegründet, im Jahre 1937 die „Brüderschaft der Burgenländer“. Beide Vereine wählen jährlich eine „Miss“ als Vertreterin der jungen Generation der Burgenländer in New York. Das Foto unten zeigt jene Mädchen, die in den letzten Jahren „Miss Brüderschaft der Burgenländer“ gewesen sind. Sie haben am 19. Mai 2002 die burgenländische Regierungsdelegation begrüßt, die ebenfalls auf dem Foto abgebildet ist. Angesichts der Bedeutung der Stadt New York für die burgenländische Auswanderung hat die Burgenländische Gemeinschaft das heurige Jahr zum „New York-Jahr“ proklamiert. Wir werden in diesem Jahr mehr als sonst über New York berichten.
 

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Burgenlaendische Gemeinschaft 1/2 2003 Nr.381 Zeitungsarchiv