| New York, New York..... |
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Als ich 1956 erstmals nach Amerika gefahren bin, erlebte ich
selbst, wie die zahlreichen Auswanderer auf dem Schiff am letzten Tag
unserer Fahrt nach New York Ausschau gehalten haben. Das Vorbeifahren an
der Freiheitsstatue, die Symbol und Mythos zugleich ist, war für alle ein
besonderes Erlebnis. Ich konnte nachempfinden, welche Erleichterung aber
auch Wehmut die früheren Auswanderer empfunden haben. Sie fühlten sich
jetzt frei von den Zwängen der alten Welt und spürten Hoffnung auf ein
besseres Leben in der neuen Welt. Sie wußten, daß sie hart werden arbeiten
müssen, aber es war das Land, das ihnen mehr Chancen bieten konnte als die
alte Heimat. New York ist die Weltstadt schlechthin, war jahrzehntelang die größte Stadt der Welt und ist heute noch Mittelpunkt der Weltpolitik und der Weltwirtschaft. New York ist aber auch Weltstadt der Kultur, der Musik, des Musicals, eine Stadt, die nie schläft. New York ist eine schöne, faszinierende Stadt. Für die meisten der früheren Auswanderer aus dem heutigen Burgenland war New York nur das Eingangstor. Sie zogen dann weiter nach Mittelwesten, später nach Chicago und Pennsylvanien. Erst um die Jahrhundertwende sind die ersten in großer Zahl in New York geblieben. Sie lebten in Manhattan, Queens und Brooklyn, waren Hilfsarbeiter und Hausgehilfinnen. Viele arbeiteten in den von Deutschen geführten Bierbrauereien, wie Schäffer, Rheingold, Knickerbocker u.a. In ihrer Freizeit kamen sie in den burgenländischen Wirtshäusern zusammen. Dort wurde gesungen und gespielt und viele Ehen haben dort ihren Anfang genommen. Vor 80 Jahren wurde der „1. Krankenunterstützungs-Verein New
York“ gegründet, im Jahre 1937 die „Brüderschaft der Burgenländer“. Beide
Vereine wählen jährlich eine „Miss“ als Vertreterin der jungen Generation
der Burgenländer in New York. Das Foto unten zeigt jene Mädchen, die in
den letzten Jahren „Miss Brüderschaft der Burgenländer“ gewesen sind. Sie
haben am 19. Mai 2002 die burgenländische Regierungsdelegation begrüßt,
die ebenfalls auf dem Foto abgebildet ist. Angesichts der Bedeutung der
Stadt New York für die burgenländische Auswanderung hat die
Burgenländische Gemeinschaft das heurige Jahr zum „New York-Jahr“
proklamiert. Wir werden in diesem Jahr mehr als sonst über New York
berichten. |
| Burgenlaendische Gemeinschaft 1/2 2003 Nr.381 | Zeitungsarchiv |