Erstauswanderer
Apetlon, Limbach, St. Nikolaus, Neustift b. Güssing, Rohrbach a. d. Teich, Stuben, Burg, Winden a. See
9. Fortsetzung

Alles was möglich ist, passiert auch einmal. So ist es passiert, daß beim Abdruck dieser Serie auf Apetlon vergessen wurde. Wir holen dies heute nach.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich nochmals bitten, uns mitzuteilen, wenn jemand neue oder bessere Informationen zu dieser Serie hat. Außerdem sind uns nicht aus allen Orten die Erstauswanderer bekannt.

Jahr  Ort  Name  (Geburtsjahr) Ziel ~
1880 Apetlon Michael Tschida (1849) Morrison Ct.
1888 Limbach Karl Krenn, Karl Reichl   Allentown
St. Nikolaus Gabriel Baranyai   ++
1889 Neustift bei Güssing Peter Prem, Mayer   Coplay
1890 Rohrbach a. d. Teich Johann und Theresia Oswald
Stuben 2 Familien
Burg
Winden am See  

Im Jahre 1880 wanderten die ersten aus Apetlon nach Amerika aus. Zu ihnen zählte Michael Tschida (1849-1920). Er ist eines von 9 Kindern, im Hause Nr. 183 geboren und heiratete 1879 Theresia Kracher, Nr. 16. Damals war er Korporal einer Pioniereinheit in der ungarischen Armee. 1875 kam Katharina, 1876 Maria, 1877 Martin zur Welt. Mit diesen 3 Kindern und seiner Frau ist er nach Morrison County (Minnesota) ausgewandert. Dort haben sie eine Farm aufgebaut. Zu den 3 mitgebrachten Kindern kamen in Amerika noch weitere 6 Kinder zur Welt. Im selben Jahr ist auch Michael Adrian mit seinen 10 Kindern nach Amerika ausgewandert. Der Volksschullehrer Paul Pinter hat 1951 die Auswanderer von Apetlon aus der Zeit 1880-1930 gezählt und ist dabei auf die stattliche Zahl von 222 Personenen gekommen, die miteinander 896 Kinder hatten. Um diese Zeit lebten also mindestens 1.300 Apetloner und deren Kinder in Amerika.

In einer Assentierungsliste von 1888 steht, daß in diesem Jahr Karl Krenn und Karl Reichl als erste von Limbach bei Kukmirn nach Amerika ausgewandert sind. Sie ließen sich vermutlich in Allentown nieder. Dorthin zogen auch die nächsten Auswanderer, die Schwestern Julia und Maria Springer. Zu den frühen Auswanderern zählen auch die Familien Bauer und Hütter. Bis 1939 haben insgesamt 140 Personen Limbach verlassen.

Der erste Auswanderer aus St. Nikolaus bei Güssing war Gabriel Baranyai, der Ende der 80er Jahre unbekannten Zieles nach Amerika gefahren ist. Er könnte ein Zigeuner gewesen sein.

Aus Neustift bei Güssing wanderten die ersten im Jahre 1889 aus, zu ihnen zählten Peter Prem und ein gewisser Mayer, die sich in Coplay niedergelassen haben. Es ist überliefert, daß Julius Bodisch (9.3.1891) am 1.11.1897 mit dem Schiff „Westernland“ Bremen verlassen hat und am 25.11. in New York angekommen ist. Er war damals erst 6 Jahre alt und wurde befreundeten Auswanderern mitgegeben.

Aus Rohrbach a. d. Teich im Bezirk Oberwart ist als erste das Ehepaar Johann und Theresia Oswald (Nr. 65) im Jahre 1890 ausgewandert. Noch im selben Jahr folgten ihnen Ernst und Rosa Kamper. Bemerkenswert ist, daß bereits 1912 als einer der ersten Burgenländer Josef Plank (Nr.68) nach Südamerika gefahren ist.

Am 2. März 1890 verlassen 2 Familien als erste ihren Heimatort Stuben bei Bernstein.

Es ist überliefert, daß aus Burg am Fuße des Eisenberges, die ersten 1890 ausgewandert sind.

Im selben Jahr verlassen die ersten Auswanderer ihren Heimatort Winden am See im nördlichen Burgenland.


Fortsetzung folgt

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Burgenlaendische Gemeinschaft 7/8 2002 Nr.378 Zeitungsarchiv, Serien