| Tourismus im Aufschwung |
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Erst spät begann im Burgenland die Industrialisierung, die vor allem die Frauen in den neu geschaffenen Textilfabriken beschäftigte. Die Männer zogen zunächst als Bau- und Hilfsarbeiter nach Wien. Als im Zuge der wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung in Österreich die Produktions- und Lohnkosten in den Textilfabriken angestiegen waren und andererseits Billigprodukte aus dem Ausland eine starke Konkurrenz wurden, war die Industrialisierung alten Stils auch bald wieder zu Ende. Aber die fleißigen Burgenländer und die gute Politik, die im Lande gemacht wurde, eröffneten jetzt neue und ungeahnte Chancen: Investitionen in höhere Bildung und in einen qualitätsvollen Tourismus. Dabei zeigte sich, daß die ursprüngliche Rückständigkeit nun zu einem unerwarteten Vorteil wurde. Die Landschaft war unberührt, die gesunde Luft und die stillen Wälder bildeten die Grundlage für einen Erholungstourismus. Vieles, was es in anderen Bundesländern schon lange nicht mehr gibt, ist im Burgenland noch vorhanden und bildet nun die Grundlage für einen naturnahen, sanften Tourismus. Mit der Weiterentwicklung der Qualität der ursprünglichen „Sommerfrische“ war man bemüht, den Fremdenverkehr im Burgenland nicht nur auf die Sommermonate zu belassen, sondern nach Möglichkeit einen Ganzjahrestourismus zu entwickeln. Es gibt keinen Wirtschaftszweig im Burgenland, der in den letzten Jahren einen vergleichbaren Boom hatte wie der Fremdenverkehr. Von Jahr zu Jahr steigt die Zahl der Übernachtungen, die mittlerweile die stolze Zahl von 2,5 Millionen jährlich erreicht hat. Die Besucherzahl in den Thermalbädern ist gegenüber dem Vorjahr um 5 % gestiegen. Lutzmannsburg verzeichnete im letzten Jahr 320.000, Bad Tatzmannsdorf 215.000 und die Therme Stegersbach 160.000 Besucher. Allein in den Ausbau der Thermalbäder sind in den letzten Jahren rund 1 Milliarde Schilling geflossen, darunter hohe Beträge aus den Fördermitteln der Europäischen Union. |
| Burgenlaendische Gemeinschaft 3/4 2002 Nr.376 | Zeitungsarchiv |