"Die Hianzen" 
Hianzisches aus Amerika


Vor 100 Jahren kamen die ersten Burgenländer nach Lehigh Valley in Pennsylvanien. Sie fanden dort bereits Deutsche vor, die schon vor ihnen aus Schwaben und Teilen der Slowakei (Zips) gekommen waren. Ihre Sprache ist eine Mischung von Schwäbisch und Englisch („Pennsylvanien-Dutch“ ). Diesen Mischdialekt haben die Burgenländer noch in ihre Mundart einfließen lassen.

Dazu kommt, dass sie nach und nach auch englische Wörter mitverwendeten, vor allem für jene Begriffe, für die man in der einfachen Mundart des Burgenlandes kein eigenes Wort hatte. In der früheren hianzischen Mundart gab es kein Wort für den Begriff „entwickeln“. In Amerika brauchte man ihn aber. So mußte man ihn aus dem Englischen ableiten und erfand dafür das Wort „developmen“. Diese burgenländisch englische Mischform gibt es auch in übrigen Teilen Amerikas. 

Besonders reizvoll ist es, wenn Kroaten aus dem Burgenland in dieses Gemisch auch noch ihre Vokabeln aus ihrer Sprache einfließen lassen. Dazu kommt noch die wunderschöne Sprachmelodie der burgenländischen Einwanderer. Es ist schade, dass auch hier vieles von dieser schönen Sprache verloren geht.

Wir bringen, beginnend mit dieser Nummer, jedesmal an dieser Stelle einige Beispiele:
ausnehmen = einladen
  Wenn jemand erzählt, dass er jeden Tag „seine Frau ausnimmt“, heißt dass nicht, dass er ihr das Geld wegnimmt. Ganz im Gegen- teil. Er lädt sie ein, mit ihm in ein Restaurant essen zu gehen. 
(„he takes her out“).
kinderwatschn =  babysitten
  Wenn jemand die Kinder „watscht”, heißt dass natürlich nicht, dass er seine Kinder den ganzen Tag ohrfeigt oder „drischt“. Ganz im Gegenteil. Er passt auf sie auf.
(„he watches the children“).
aufcollat  = anrufen 
  In diesem Wort stecken sogar drei Sprachen: deutsch – englisch - kroatisch.Wenn ein Kroate in Amerika sagt, „ja cu ti aufcollat“, so meint er: „Ich werde dich telefonisch anrufen“ (oder: aufrufen). 
„Ja cu ti“ (= ich werde dich) „auf-call“ (=rufen), „-at“ (= kroatische Endung) 

Fortsetzung folgt 

BG-HomeSeitenanfang

Burgenlaendische Gemeinschaft 1/2 2002 Nr.375 Zeitungsarchiv