80 Jahre Burgenland
- Zeittafel -


 4. 11. 1918 Ende des Ersten Weltkrieges. Die alte Monarchie zerfällt.
 12.11.1918    In Wien wird die Republik „Deutsch-Österreich" ausgerufen.
 10.9.1919    In Saint Germain wird der Friedensvertrag mit Österreich geschlossen. Darin ist die Angliederung Deutsch-Westungarns an Österreich festgeschrieben.
 8.1.1920  Erstmals wird der Name „Burgenland" offiziell verwendet.
 25.1.1921  Der Bundesbeamte Dr. Robert Davy wird als Landesverwalter des Burgenlandes eingesetzt und soll nach vollzogenem Anschluß die Landesverwaltung übernehmen.
 15.7.1921    Dr. Alfred Rausnitz wird zum zunächst zum Landesverwalter und später zum ersten Landeshauptmann des Burgenlandes gewählt.
 4.6.1921    In Trianon wird der Friedensvertrag mit Ungarn unterzeichnet, welcher Ungarn zur Abtretung des Burgenlandes verpflichtet.
 28.8.1921    In Erfüllung der Friedensverträge rücken österreichische Gendarmen in das Burgenland ein. Wegen des starken bewaffneten Widerstandes der ungarischen „Freischärler" ziehen sie sich wieder zurück.
 13.10.1921    In Venedig erklärt sich Ungarn unter dem Druck Italiens bereit, die Freischärler zurückzuziehen. Im Gegenzug muß Österreich auf Ödenburg und die umliegenden Gemeinden verzichten. Es konnte noch erreichen, daß dort eine Volksabstimmung abgehalten wird.
 13.-28.11. 1921    Das Österreichische Bundesheer rückt im Burgenland ein und vollzieht somit offiziell den Anschluß („Landnahme").
 14.-16.12. 1921    Die umstrittene Volksabstimmung in Ödenburg und den umliegenden Gemeinden erbringt folgendes Ergebnis: 65% stimmten für den Verbleib bei Ungarn, 35% für den Anschluß an Österreich.
2.1. 1922 Die Landesverwaltung wird nach Sauerbrunn verlegt.
20.2.1922   Offizielle Anerkennung der Ödenburger Volksabstimmung durch die Österreichische Bundesregierung.
25.3.1922   Der Gendarm Johann Jüttner wird bei Illmitz von Freischärlern erschossen. Er ist das letzte Opfer des Anschlußkampfes.
18.5.1922  Das Burgenland wird von den Diözesen Raab und Steinamanger getrennt und eine eigene „Apostolische Administratur Burgenland" eingerichtet. Erster Administrator ist Kardinal Piffl.
18.6.1922   Sensationelles Ergebnis der ersten Landtagswahl: Im agrarischen Burgenland werden die Sozialdemokraten zur stärksten Partei (13 SD, 10 Christlich-Soziale, 6 Bauernpartei, 4 Großdeutsche).
23.6.1922   Die Evangelischen des Burgenlandes werden dem „Evangelischen Oberkirchenrat " in Wien unterstellt.
1.8.1922  Landeswappen, Landessiegel, Landesfarben werden festgelegt.
8.1.1923   Als letzte Gemeinde wird Luising an Österreich angeschlossen.
12.8.1923  Die in Österreich übliche 8-jährige Schulpflicht wird im Burgenland eingeführt und löst die bisherige 6-jährige Schulpflicht ab.
26.11.1923   Johann Bauer gründet die erste Raiffeisenkasse in Ritzing.
4.1.1924   Josef Rauhofer aus Mattersdorf (später: Mattersburg) wird Landeshauptmann.
1.1.1925   Die Schilling-Währung wird eingeführt und löst die Kronen-Währung ab.
Die Schilling-Währung endet mit dem heurigen Jahr. Ab 1.1.2002 wird es in Österreich nur mehr den Euro (= 100 Cent) geben.
30.4.1925   In der utopischen Hoffnung, Ödenburg könnte doch noch Landeshauptstadt werden wählt der burgenländische Landtag Eisenstadt nur zum „Sitz der Landesbehörden" . Im ersten Wahlgang stimmen 18 Abgeordnete für Eisenstadt, 12 für Sauerbrunn, 7 für Pinkafeld.
15.1.1926   Mattersburg (bis dahin: Mattersdorf) wird zur Stadt erhoben.
10.4.1926  Neusiedl am See wird zur Stadt erhoben.
30.1.1927   Bei einer politischen Kundgebung in Schattendorf werden ein 41jähriger Mann und ein 7jähriges Kind erschossen.
14.7.1927   Die Todesschützen von Schattendorf werden in Wien freigesprochen. Folge:
15.7.1927   Der Justizpalast wird in Brand gesteckt. Schießereien in Wien mit 89 Toten.
10.10.1928   Anton Schreiner, Ziegeleibesitzer in Walbersdorf, wird zum ersten Mal Landeshauptmann. Sein Schwiegersohn, Dr. Lorenz Karall, wird 1946-56 ebenfalls Landeshauptmann sein.
24.7.1929  Der katholische Pfarrer von Neusiedl am See Johann Thullner wird Landeshauptmann.
14.12.1929  Das neue Landhaus in Eisenstadt, ab nun Sitz des Landtags und der Landesregierung, wurde feierlich seiner Bestimmung übergeben.
20.5.1932   Dr. Engelbert Dollfuß wird österreichischer Bundeskanzler
12.2.1934 

Bürgerkrieg in Österreich. Die Regierung schlägt einen Aufstand des Sozialdemokratischen Schutzbundes nieder. 269 Tote.  

22.2.1934  

Ing. Hans Sylvester löst Prof. Dr. Alfred Walheim als Landeshauptmann ab. Er wird 1938 verhaftet und stirbt 1939 im Konzentrationslager Dachau.

1.5.1934 

Österreich erhält eine neue Verfassung („Ständestaat"). Staatssymbol wird das Kruckenkreuz.

25.7.1934  

Putschversuch der Nationalsozialisten. Dollfuß wird im Bundeskanzleramt ermordet. Dr. Kurt von Schuschnigg folgt ihm als Bundeskanzler nach.

26.9.1937  

Pinkafeld wird zur Stadt erhoben.

11.3.1938  

Bundeskanzler Schuschnigg weicht dem Druck Deutschlands und verabschiedet sich mit dem denkwürdigen Satz: „Gott schütze Österreich!" Die burgenländischen Nationalsozialisten unter der Führung von Dr. Tobias Portschy besetzen das Landhaus in Eisenstadt und übernehmen die politische Macht.
Dr. Tobias Portschy wird Landeshauptmann und bleibt es bis zur Auflösung des Burgenlandes

12.3.1938  

Deutsche Truppen überschreiten die österreichische Grenze und besetzen Österreich.

15.3.1938  

Hitler erklärt in Wien die „Wiedervereinigung mit dem Deutschen Reich".

10.4.1938  

Eine nicht freie und nicht geheime Volksabstimmung über den Anschluß an Deutschland ergibt im Burgenland 169.775 Ja - Stimmen und nur 63 Nein-Stimmen.

1.10.1938 

Das Burgenland wird aufgeteilt. Der nördliche und mittlere Landesteil kommen zu Niederdonau, der südliche zum Reichsgau Steiermark.

1.9.1939  

Mit dem Überfall auf Polen beginnt der Zweite Weltkrieg.

Fortsetzung folgt

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Burgenlaendische Gemeinschaft 5/6 2001 Nr.371 Zeitungsarchiv