| 80 Jahre Burgenland |
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In all den 80 Jahren war unser Land Grenzland. Die Hälfte dieser Zeit (1949-89) stand der Eiserne Vorhang an unserer Ostgrenze. In wenigen Jahren, wenn Ungarn auch Mitglied der Europäischen Union sein wird, wird das Burgenland zum erstenmal in seiner Geschichte nicht mehr Grenzland sein. Als der schmale Grenzstreifen 1921 zu Österreich kam, meinten viele, daß das Land, das daraus geworden war, gar nicht lebensfähig sei, genauso wenig wie das damals entstandene Österreich. 17 Jahre später gab es kein Burgenland mehr und kein Österreich. Dann sind beide aus dem Schutt von 1945 wieder erstanden und haben sich glanzvoll entwickelt. Das Burgenland war immer ein Land der Dörfer, erst recht als 1921 die vorgesehene Hauptstadt Ödenburg bei Ungarn geblieben war. Erst die vor 20 Jahren entstandene Landesverfassung kennt erstmals Eisenstadt als Landeshauptstadt. Vorher galt die Stadt nur als "Sitz der Landesbehörden". Allmählich wuchsen auch der nördliche und südliche Landesteil zusammen, die jahrhundertelang getrennt verwaltet wurden. Aber immer noch merkt man ein wenig die Unterschiede in der Mentalität der "Hianzn" im Süden und der "Heidebauern" im Norden. Das Land war ja vor 1921 nie eine verwaltungsmäßige Einheit gewesen, hatte nicht einmal einen Namen. Die 10jährige Zugehörigkeit zu Österreich hat man 1931 nicht groß gefeiert. Die Leute waren zufrieden mit der Entwicklung, vor allem damit, daß die Kinder in der Schule nunmehr in der Muttersprache unterrichtet wurden und nicht mehr ausschließlich in der ungarischen Sprache, die sie gar nicht verstanden haben. 1941 konnte man nicht feiern, weil es das Land nicht mehr gab. Bescheiden feierte man auch 1951 in Anwesenheit russischer Besatzungssoldaten. Erst 1961 hat man "40-Jahre-Burgenland" in Dankbarkeit begangen. Zu diesem Anlaß wurde auch das erste "Picnic" der Burgenländischen Gemeinschaft auf der Burg Güssing abgehalten. 1971 gab es einen großen Festzug in Anwesenheit des Bundespräsidenten und der Bundesregierung. Den Abschluß dieses Festzuges bildete der Vorstand der Burgenländischen Gemeinschaft mit einer großen Weltkugel. In diesem Jahr gab es auch den ersten Besuch einer burgenländischen Regierungsdelegation (Dr. Fred Sinowatz, DDr. Rudolf Grohotolsky) mit dem Diöszesanbischof DDr. Stefan Laszlo in Amerika. Einen weiteren solchen Besuch gab es 1991. 1981 wurde von der Landesregierung Dr. Richard Berzeller (New York) als Vertreter der Auslandsburgenländer zu den Feierlichkeiten eingeladen, 1996 war es John Radostits (Chicago). Diese Veranstaltungen zu "75-Jahre-Burgenland" fielen zeitlich zusammen mit dem Jubiläum "1000-Jahre-Österreich". Viele von uns haben die ganze Zeit dieser 80 Jahre persönlich erlebt. Sie sind lebende Zeugen einer wechselvollen Geschichte. Hat man früher oft nicht gerne zugegeben, Burgenländer zu sein, weil das Land arm und rückständig war, so hat sich das seither geändert. Die Burgenländer sind stolz auf das, was sie in den 80 Jahren durch "Treue, Fleiß und Redlichkeit" erreicht haben. Unser Land hat genug Brot für ihre Kinder. Sie müssen nicht mehr auswandern.
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| Burgenlaendische Gemeinschaft 3/4 2001 Nr.370 | Zeitungsarchiv |