| Erstauswanderer Oslip, Donnerskirchen, Breitenbrunn 1. Fortsetzung |
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In der letzten Nummer unserer Zeitung haben wir mit dieser Rubrik begonnen. Damals habe ich gebeten mir mitzuteilen, sollte jemand einen noch früheren Auswanderer eines Ortes wissen, als hier angeführt ist. Mit großer Freude erhielt ich bereits einige Tage später die Mitteilung, daß der erste Auswanderer aus Oslip bereits 1848 nach Amerika gezogen ist. Wir beginnen mit der Tabelle daher noch einmal von Anfang an:
Im Revolutionsjahr 1848 mußte der Pfarrer von Oslip Franz Kutassy aus politischen Gründen flüchten. Er zog nach Amerika. Die nächsten Auswanderer waren Paul und Anna Schumits, die 1856 ihre Heimat verlassen haben. In der Mitte der 50er Jahre setzte bereits eine Agententätigkeit im nördlichen Teil unseres Landes ein. Zahlreiche Familien aus der Seegegend sind damals nach Amerika gezogen. Der Schriftverkehr mit den Behörden zeigt das erschütternde Bild der damaligen Zeit. So steht es in einem Schreiben der "Statthalterei-Abteilung" Ödenburg an die "Komitatsbehörde" Ödenburg vom 31. Juli 1854 über Andreas Steffanitsch, der noch im selben Jahr Donnerskirchen verlassen hat: Andreas Steffanitsch, 41 Jahre alt, geboren in Gschiess (heute: Schützen am Gebirge bei Eisenstadt), nach Donnerskirchen zuständig, katholisch, verheiratet, kinderlos, Taglöhner samt seiner Gattin Barbara (36 Jahre), hat der Militärdienstpflicht entsprochen. Den Erhebungen nach führen der Bittsteller und seine Frau einen arbeitsamen und ordentlichen Lebenswandel. Wollen die Reise über Bremen machen. Sie besitzen ein unbelastetes Vermögen von 474 fr 51, womit sie die Kosten der Reise über Bremen zu unternehmen beabsichtigen. Von Seiten der Zuständigkeitsgemeinde besteht keine Einwendung. Sie bleiben bei ihrem Vorhaben, obwohl ihnen vom Stuhlrichteramt eindringliche Vorstellungen gemacht worden waren." Hans Resch (1797) aus Breitenbrunn hat im April 1855 mit seiner Frau Theresia (1814), 10 Kindern und einem Enkelkind die Erlaubnis zur Auswanderung erhalten. Um den 19jährigen Sohn Michael vom Militärdienst zu befreien, mußte die Familie 500 Gulden bezahlen, das war 1/10 ihres gesamten Vermögens. Im Juni 1855 sind sie in New York angekommen und nach Lomira (Wisconsin) weitergezogen. Die Nachfahren dieser Familie in der 8. Generation leben heute in Arizona. Fortsetzung folgt |
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| Burgenlaendische Gemeinschaft 3/4 2001 Nr.370 | Zeitungsarchiv, Serien |