| Gerald J. Berghold - 70 | |
|
Gerry Berghold, langjähriges Mitglied der BG, ist kein Unbekannter für die Leser dieser Zeitschrift, obwohl er keine offizielle BG-Funktion innehat: Der vor 70 Jahren, am 22. September 1930, in Allentown geborene pensionierte Manager - bei DuPont war er unter anderem circa 15 Jahre lang als Zahlmeister für die Auszahlung der Gehälter von 65.000 Angestellten verantwortlich - hat hier bereits zwei "Auswandererschicksal"-Artikel veröffentlicht, und zwar über seine Großeltern väterlicherseits (Johann Berghold aus Poppendorf und Fanny Langasch aus Inzenhof) und mütterlicherseits (Alois Sorger aus Güssing/Rosenberg und Hedwig Mühl aus Kleinmürbisch). Seine Eltern, Julius John Berghold und Frieda Sorger, kamen bereits in Allentown zur Welt, und gerne erinnert sich der Jubilar noch heute an den sonntäglichen Spaziergang, der ihn mit seiner Familie in das Vereinslokal des "Liederkranz" führte. Dort zahlte man den wöchentlichen Beitrag an den Krankenversicherungsverein (der Sekretär, Charles Pöltl, war ein Cousin seiner Großmutter), las Zeitungen aus der alten Heimat, und unterhielt sich mit Verwandten und Freunden. Mittlerweile lebt Gerald Berghold mit seiner Gattin Molly, mit der er drei Kinder groß gezogen hat, in Winchester im schönen Shenandoah Valley in Virginia. Seit seiner Pensionierung hat er mehrere Reisen ins Burgenland unternommen und im Laufe des Jahres 1996 über das Internet Kontakt zu Gleichgesinnten geknüpft, die auch mehr über ihre Herkunft und das Land ihrer Vorfahren wissen wollten. Anfang 1997 rief er - mit damals 12 Mitgliedern - den "Burgenland Bunch" (BB) ins Leben, von dem hier ebenfalls schon des öfteren zu lesen war. (Für gelegentliche Verwirrung sorgt das Wort "Bunch", das im Amerikanischen ein umgangssprachlicher Ausdruck für "Gruppe" ist.) Der BB, der heute bereits über 500 Mitglieder hat, versteht sich als nicht-kommerzielles und gemeinnütziges Forum, das allen offen steht, die sich dem burgenländisch-westungarischen Raum verbunden fühlen. Hier erhalten vor allem jene Nachkommen von Auswanderern Unterstützung, die sich für die alte Heimat ihrer Vorfahren zu interessieren beginnen und oft mit den dürftigsten Informationen dastehen. Unentgeltliche gegenseitige Hilfe ist das idealistische Grundprinzip des BB, und es ist erfreulich, dass auch Gerry Berghold, der so vielen Menschen auf ihrem Weg "zurück" ins Burgenland behilflich war, von seiner Gründung profitiert hat: Er hat Verwandte im Burgenland gefunden, und er konnte dank der selbstlosen Hilfe eines der engagiertesten Mitglieder des BB auch mehr über seine Vorfahren herausfinden: Dr. Fritz Königshofer, gebürtiger Grazer mit burgenländischen Wurzeln, der beruflich in den USA tätig ist, hat nicht nur den mysteriösen Tod von Gerry Bergholds Urgroßvater aufgeklärt - der pensionierte Poppendorfer Schulmeister Emil Langasch war auf dem Rückweg von Sankt Gotthardt, wo er seine Pension behoben hatte, einen tragischen und einsamen Tod durch Ertrinken in der Lafnitz gestorben, und Königshofers Urgroßvater, Nachfolger des Verunglückten im Poppendorfer Schulhaus, hatte für den seinerzeit in Steinamanger erscheinenden "Volksfreund" seinen Nachruf verfasst. Damit nicht genug, konnte Fritz Königshofer im Zuge seines letzten Heimaturlaubes in einem Grazer Archiv ein Foto ausfindig machen, das für Gerry Berghold ein willkommenes Geschenk zu seinem 70. Geburtstag ist: |
|
|
Es ist ein 1868 entstandenes Bildnis von Geraldine Langasch, der Schwester des eben erwähnten Emil Langasch, die auch als "Namensgeberin" des Jubilars fungierte: Seine Tante war nach ihr auf den Namen Geraldine getauft worden, und als Taufpatin hat sie den Namen an ihn weitergegeben. Gerry Berghold arbeitet noch daran, den ererbten Vornamen einem seiner Nachkommen schmackhaft zu machen - das Foto aus dem Grazer Archiv möge ihm dabei behilflich sein. Dies und noch viele gesunde und glückliche Jahre im Kreise seiner Familie und inmitten seines stetig wachsenden "Burgenland Bunch" sind dem Jubilar von Herzen zu wünschen. Albert Schuch |
|