Burgenländische Museen
Telegraphenmuseum Stegersbach

In dem noch gut erhaltenen Kastell von Stegersbach besitzt das Burgenland eines der schönsten Bauwerke aus dem frühen 17. Jahrhundert. Vor etwa 100 Jahren war darin die herrschaftliche Verwaltung untergebracht, zwischen 1920-54 die Hauptschule. Im Jahre 1969 wurde das Landschaftsmuseum Südburgenland eingerichtet. Dort sind Exponate aus den bedeutendsten Abschnitten der Regionalgeschichte ausgestellt: Funde aus der Urzeit, Exponate aus der Sozialgeschichte und besonders schöne Ausstellungsstücke aus dem Bereich der Volkskunde: alte Kleiderkästen, Trachten, Bauernmöbel usw. 

Erwachsen aus diesem Regionalmuseum ist dann das in Österreich einmalige “Telegraphen-Museum”. 

Als 1882 Alois Siderits als erster Stegersbacher zu den “Telegraphern” gegangen ist, konnte er nicht ahnen, daß ihm im Laufe der Jahrzehnte mehr als 700 Stegersbacher folgen würden. 

Die “Stegersbacher Telegrapher" sind ein Gütezeichen geworden und wurden vor allem beim Bau von Freileitungen entlang von Eisenbahn- und Straßenstrecken eingesetzt. Sie kamen in alle Teile der Monarchie. Noch heute hat Stegersbach bezogen auf die Einwohnerzahl österreichweit mit Abstand die meisten Telegrapher. Ausgestellt im Telegraphen-Museum sind Telephonapparate, Wähleinrichtungen, Klappenschränke usw. Man kann diese auch in Funktion sehen, also wie sie arbeiten, wenn sie ein Gespräch vermitteln. Uniformen, Dokumente, Fotos, Fachwerkzeuge usw. ergänzen das reichhaltige Angebot. 

Das gesamte Museum ist von Ostern bis Ende Oktober täglich außer Montag geöffnet.

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Burgenlaendische Gemeinschaft 3/4 1998 Nr.352