Liebe Landsleute!

Am 3. September 1995 wurde das Amerikanerkreuz in Rotenturm, das vorher renoviert worden war, wieder gesegnet. Nach dem Festakt sind DDr. Erwin Schranz und Mag. Alois Heiling noch bei einem Bier zusammen gesessen. Sie redeten über dieses und jenes, darunter auch über die Möglichkeit, einen Verein zu gründen, der sich um die Erhaltung der hianzischen Mundart bemühen sollte. Dann kam ich als dritter dazu und setzte mich zu ihnen. Auch mir hat diese Idee gut gefallen, aber ich glaubte nicht an ihre Umsetzung. Schranz und Heiling gaben aber nicht auf und so kam es im Jahre 1996 tatsächlich zur Gründung des Hianzenvereins, der heute bereits mehr als 1.100 Mitglieder hat. Schranz war der immer Kopf des Vereines und wurde der erste Präsident.
Heiling war Herz und Seele des Vereines und wurde der erste Obmann.
Nun ist Alois Heiling gestorben. Er hat das Hianzische im Geist und in der Sprache beherrscht und sich große Verdienste um die Erhaltung der burgenländischen Mundart erworben. Auf der Schleife des Kranzes, den der Hianzenverein auf das offene Grab gelegt hat, ist gestanden: „Vergelts Gott, lieber Luis und Pfiat di Gott“ (siehe auch Seite 9).

Nebenstehend auf dieser Seite präsentieren wir ein Unternehmen, das sich zur Aufgabe gemacht hat, unter dem Titel „Ein kulinarisches Stück Heimat“ originelle burgenländische Waren und besondere Spezialitäten ins Ausland zu schicken. Wir empfehlen unseren Landsleuten, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

Der Gründer des „Josef Reichl Bundes“ und des gleichnamigen Hauses in Güssing Hofrat Dr. Johann Jandrasits ist 85 Jahre alt geworden. Er ist in Güssing geboren und ging nach dem Krieg, in dem er schwer verwundet worden war, nach Graz zum Studium, welches er sich als Arbeiter selbst verdienen musste. Nach seiner Promotion als Jurist begann er beim Amt der Burgenländischen Landesregierung, wo er bis zum Leiter der Kulturabteilung aufgestiegen war.
Meine Idee, ein Auswanderermuseum zu gründen, konnte erst verwirklicht werden, als durch den großen Einsatz von Dr. Jandrasits die alte Hofmühle in Güssing in Erinnerung an den berühmten burgenländischen Heimatdichter als „Josef Reichl Haus“ eingerichtet wurde. Dort ist jetzt auch das Auswanderermuseum untergebracht. Die Burgenländische Gemeinschaft dankt ihrem Ehrenmitglied und wünscht ihm noch viele gute Jahre.
Herzlich grüßt Euch Euer Walter Dujmovits

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Burgenlaendische Gemeinschaft 4-6 2008 Nr.406 Zeitungsarchiv, Serien