Erstauswanderer
Nickelsdorf, Schattendorf, Wiesen, Wimpassing, Lackendorf, Leithaprodersdorf
33. Fortsetzung

In der Zwischenkriegszeit gab es nur mehr sehr wenige Dörfer im Burgenland, die von der Amerikawanderung noch nicht erfasst worden sind. Da in diesen Jahren wegen der Einwanderungsbeschränkungen in den Vereinigten Staaten sehr viele nach Südamerika ausgewichen sind, wanderten nahezu alle Erstauswanderer aus diesen Dörfern nach Argentinien und Brasilien aus. Im Jahre 1950 begann in Leithaprodersdorf zum letzten Mal die Erstauswanderung aus einem burgenländischen Dorf.

Jahr  Ort  Name  (Geburtsjahr) Ziel ~
1922 Nickelsdorf      
1923 Schattendorf Katharina Grasl   Buenos Aires  
  Wiesen 6 Personen   Argentinien  
1924 Wimpassing Kopp, Langer, Pointner   Brasilien  
1928 Lackendorf 11 Männer   Buenos Aires
1950 Leithaprodersdorf Franz Sollinger (1926) Edmonton  
           


 Aus den Dörfern an der Nordspitze des Landes nahe der tschechischen, slowakischen und ungarischen Grenze zogen die Auswanderer in die europäischen Länder, vor allem nach Deutschland und in die Schweiz, nur wenige nach Übersee, so auch in Nickelsdorf.

Im Bezirk Mattersburg liegt gegenüber von Ödenburg der Ort Schattendorf. Alle 16 Amerikawanderer von dort sind 1923 und 1934 nach Buenos Aires gezogen.

Aus dem benachbarten Wiesen sind als erste 6 Personen im Jahre 1923 nach Argentinien gezogen. Ihnen folgten weitere 14 (13 Argentinien und 1 Brasilien). Zwischen 1954 und 1962 wanderten 4 Personen nach Kanada aus.

Im Jahre 1924 wanderte als erster aus Wimpassing der Wagnermeister Kopp mit seiner Frau und 5 Kindern sowie mit seinen beiden Freunden Christian Langer und Stefan Pointner nach Brasilien aus. Im Kriegsjahr 1940 soll es noch einem Auswanderer aus Wimpassing gelungen sein, über Umwegen nach Amerika zu gelangen.

Der in Großwarasdorf ansässige Lehrer Josef Thüringer hat erfolgreich für die Auswanderung nach Südamerika agitiert. Im Jahre 1928 gelang es ihm, die Auswanderung aus Lackenbach in Gang zu setzen und einen Transport von 11 Männern und Burschen zusammenzustellen. Ein Jahr später sind eine Anzahl von Bräuten nachgefahren. Die Fahrt, die damals 600 Schilling kostete, dauerte 26 Tage.

Leithaprodersdorf ist jener Ort im Burgenland, der als letzter von der Amerikawanderung erfasst worden ist. Mit Franz Sollinger wanderte 1950 der Erste aus Leithaprodersdorf nach Amerika aus. Mit Martin Kahofer (Kanada) und Georg Eder (USA), die ihm kurz darauf folgten, ist die Amerikawanderung aus diesem Ort auch schon wieder zu Ende gegangen.
 

Damit endet die Serie über die Erstauswanderer.  

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Burgenlaendische Gemeinschaft 1-3 2007 Nr.401 Zeitungsarchiv, Serien