Erstauswanderer
Spitzzicken, Wulkaprodersdorf, Ritzing, Großbachselten, Hirm, Althodis, Marz, Draßburg, Oberpetersdorf
32. Fortsetzung

Um die Jahrhundertwende sind viele nach Amerika gefahren in der Absicht, dort 5-10 Jahre schwer zu arbeiten, dann mit den Erträgnissen zurückzuwandern, die miterbenden Geschwister auszuzahlen, damit die kleinen Landwirtschaften ungeteilt und lebensfähig bleiben. Bisweilen betrug damals die Rückwandererrate bis zu 30%. Diese „überseeische Saisonwanderung“ wurde durch den Ersten Weltkrieg jäh unterbrochen. Die Auswanderer mußten viele Jahre länger als beabsichtigt in Amerika bleiben.Viele Ehen und Familien wurden getrennt. Kinder wuchsen bei den Großeltern auf.
Vor dem Ersten Weltkrieg gab es nur mehr wenige Gebiete, wo es noch keine Auswanderung gab. Diese liegen meist in der Mitte des Landes. Es ist schon möglich, daß es auch von dort bereits eine frühe Auswanderung gegeben hat, aber überliefert ist sie nicht.


Jahr  Ort  Name  (Geburtsjahr) Ziel ~
1912 Spitzzicken Anna Keglovits   Chicago
1913 Wulkaprodersdorf Rosa Kutrovitz (1893) South Bend  
1914 Ritzing Paul Unger      
  Großbachselten EllaBonikowsky,
JohannSchuh
     
1918 Hirm Stefan Csoka   New York
1920 Althodis        
1921 Marz        
  Draßburg        
  Oberpetersdorf Johann Laser   Brasilien  

Im Jahre 1971 kam es zu einer bemerkenswerten Zusammenlegung von 3 Dörfern zu einer gemeinsamen Gemeinde: Die Gemeinde Rotenturm besteht seither aus den Ortsteilen Siget (ungarisch), Spitzzicken (kroatisch) und Rotenturm (deutsch). Die Kroaten aus Spitzzicken waren zu einem Großteil Händler. Deswegen ist die Auswanderung dort nicht so stark.

Aus dem kroatischen Dorf Wulkaprodersdorf nahe Eisenstadt ist als erste Rosa Kutrovitz im Jahre 1913 ausgewandert. Sie ließ sich in South Bend nieder, wohin schon einige Jahre vorher viele Kroaten aus dem Mittelburgenland (Großwarasdorf, Nikitsch usw.) gekommen waren.

Noch vor Ausbruch des Weltkrieges sind 1914 Leute nach Amerika ausgewandert: Paul Unger aus Ritzing, aus Großbachselten Ella Bonikowsky und Johann Schuh.

Gleich nach Ende des Krieges und noch im Jahre 1918 ist aus Hirm Stefan Csoka nach New York gefahren. Ihm folgten 1925 Ing. Josef Wieder und 1934 dessen Sohn Josef. Auch sie ließen sich in New York nieder. Nach Buenos Aires ist Franziska Völkl ausgewandert. Wegen der Zuckerfabrik, wo viele Arbeit gefunden haben, war die Auswanderung aus Hirm nicht bedeutend.
Im Jahre 1919 begann man, den Wanderungsstau abzubauen. In diesem Jahr gibt es mehr Rückwanderer als Auswanderer.

In Marz bei Mattersburg beginnt die Auswanderung im Jahre 1921. Die ersten namentlich bekannten sind die Auswanderer des Jahres 1923: Peppi Hahn, Konrad Berner, Maria Kornfehl, Maria Tremmel, Matthias Rumpler, Franz Steiner sowie Franz und Anna Favoretto.

Aus Althodis im Bezirk Oberwart verließen die ersten 1920 ihr Heimatdorf. Die meisten von ihnen haben sich in Chicago niedergelassen.

Aus dem benachbarten Draßburg wanderten die ersten im Jahre 1921 aus: 3 zogen in die USA, 3 nach Kanada und 8 nach Südafrika (Pretoria).

Aus Oberpetersdorf im Bezirk Oberpullendorf ist als erster Johann Laser 1921 nach Brasilien gezogen. Nach ihm sind noch viele aus seiner Gegend nach Südamerika ausgewandert.


Fortsetzung folgt

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Burgenlaendische Gemeinschaft 10-12 2006 Nr.400 Zeitungsarchiv, Serien