Erstauswanderer
Rohrbrunn, Unterpetersdorf, Hackerberg, Müllendorf, Kemeten, Stotzing, Trausdorf, Steinbrunn, Markt Neuhodis
31. Fortsetzung

Im Jahre 1907 gab es in den USA eine wirtschaftliche Rezession, die sich sogleich auf die Wanderbewegung ausgewirkt hat. Die Zahl der Auswanderer nahm ab, die Zahl der Rückwanderer stieg an. Viele Auswanderer, die um die Jahrhundertwende nach Amerika gezogen waren, kehrten jetzt mit dem Ersparten in die Heimat zurück.

Um diese Zeit waren nun alle Gebiete von der Amerikawanderung erfasst, am letzten war es der Bezirk Mattersburg. Allerdings waren die Auswandererzahlen dort gering. Die nahen Städte Wien, Wiener Neustadt und Ödenburg und die günstigen Eisenbahnverbindungen dorthin zogen die Menschen an. Ähnlich ist es im Süden des Landes, wo die nahe gelegenen steirischen Orte Fürstenfeld, Burgau, Neudau Menschen aus unserer Gegend Arbeit geben konnten. Im allgemeinen kann man sagen, dass die Auswandererzahlen in den kroatischen Dörfern meist etwas höher liegen als in den umliegenden anderen.

Jahr  Ort  Name  (Geburtsjahr) Ziel ~
1908 Rohrbrunn Johann Gamperl (1881) Washington  
1909 Unterpetersdorf Rosalia Pöltl      
  Hackerberg Grandits, Stipsits   New York +
1910 Müllendorf Julius Gassner   New York  
  Kemeten        
1911 Stotzing Maria Neissl (1892) Chicago  
  Trausdorf        
1912 Steinbrunn        
  Markt Neuhodis        

Aus Rohrbrunn, dem nördlichsten Ort des Bezirkes Jennersdorf sind überhaupt nur 6 Amerikawanderer namentlich überliefert: Der erste war der 1881 geborene Johann Gamperl, der sich in Washington niederließ. Ihm folgte Josef Schabhüttl. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es noch Franz Froschauer, Adolf Wachswender sowie Ludwig und Anna Pelzmann.

Aus Unterpetersdorf, einem kleinen Ort bei Deutschkreutz sind einige nach Brasilien gezogen. Die erste Auswanderin nach Amerika war Rosalia Pöltl im Jahre 1909.

Aus Hackerberg an der steirischen Grenze begann die Amerikawanderung um das Jahr 1909. Die ersten waren Leopold Stipsits (Nr. 46) und Johann Grandits (Nr. 57). Sie zogen nach New York. Allerdings sind die meisten aus Hackerberg und dem benachbarten Stinatz nach Buffalo gezogen.

Die Gründe für die geringen Auswandererzahlen aus den Dörfern an der Westgrenze des Landes wurden bereits beschrieben. Aber auch das burgenländische Müllendorf war eine Industriegemeinde, wo viele Menschen in der Kreidefabrik Arbeit gefunden haben. Als erster Auswanderer zog Julius Gassner 1910 von dort nach New York.

Im selben Jahr sind die ersten aus Kemeten ausgewandert. Die meisten ließen sich in Chicago nieder.

Im Jahre 1911 erreichte die Amerikawanderung das Gebiet jenseits des Leithagebirges. Die 1892 geborene Maria Magdalena Neissl wanderte aus Stotzing nach Chicago aus. Später gab es von dort eine Auswanderung sogar nach Ceylon.

Ebenfalls 1911 begann die Auswanderung aus der kroatischen Gemeinde Trausdorf bei Eisenstadt.

Aus Steinbrunn (früherer Name Stinkenbrunn) begann die Amerikawanderung im Jahre 1912. Von dort gab es eine Auswanderung sogar nach Singapur.

Aus Markt Neuhodis bei Rechnitz sind schon sehr früh viele ausgewandert, aber nur von 35 wissen wir wohin sie gezogen sind: 17 ließen sich in Chicago nieder, 5 in Detroit, 3 in New York und einer in Montana. Außerdem wanderten 6 nach Kanada aus und 3 weitere nach Argentinien.
 


Fortsetzung folgt

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Burgenlaendische Gemeinschaft 7-9 2006 Nr.399 Zeitungsarchiv, Serien