50 Jahre
Burgenländische Gemeinschaft


Als die Burgenländische Gemeinschaft 1956 gegründet wurde, stand unsere Heimat an der Schwelle einer neuen Zeit. Krieg und Nachkriegszeit lagen hinter uns, ein Jahr vorher war die russische Besatzung abgezogen. Staatsvertrag und Neutralität vermittelten das Gefühl von Sicherheit und legten das Fundament einer glücklichen Entwicklung. Der Blick war wieder frei und man konnte sich wieder mehr den Verwandten und Freunden in Amerika zuwenden. Damals schrieb Adalbert Riedl in der von ihm herausgegebenen Zeitung „Volk und Heimat“:
„Jahrzehnte mussten vergehen, ohne dass man sich in der alten Heimat der Verpflichtung gegenüber den vielen tausenden Auswanderern bewusst geworden wäre. Da wir nun wieder frei handeln können, ist es nun unsere vornehmste Pflicht, den vielen Freunden und Gönnern, unseren lieben Landsleuten, besonders in den USA, für die großen Hilfeleistungen zu danken und die Verbindung mit den außerhalb des Landes lebenden Burgenländer herzustellen.“
Die Zeit war also reif für eine „Gemeinschaft der Burgenländer“,
für eine „Burgenländische Gemeinschaft“.
Adalbert Riedl machte den ersten Schritt. Er wollte möglichst viele Exemplare seiner Zeitung „Volk und Heimat“ nach Amerika schicken und eine „Heimatstelle Burgenland“ gründen mit einer Adressenkartei aller ausgewanderten Landsleute. Ehe Riedl diese Idee in die Tat umsetzen konnte, entschloss sich der Eisenstädter Hauptschullehrer Dr. Toni Lantos einen anderen Weg zu gehen. Er gründete im Frühjahr 1956 eine eigene Zeitung nur für die Burgenländer in Amerika, die „Burgenländische Gemeinschaft“.
Zur gleichen Zeit und unabhängig von beiden Initiativen bemühte sich der damalige Jugendobmann der „Burgenländer Landsmannschaft in Wien“, Walter Dujmovits, der sich 1956 in Amerika aufhielt, die Burgenländer-Vereine in den USA in ein Nahverhältnis untereinander und mit der alten Heimat zu bringen. In dieser Angelegenheit führte er Gespräche mit den Funktionären der Burgenländer-Vereine in New York und mit dem damaligen österreichischen Botschafter Karl Gruber in Washington.
Am 17. Juni 1956 kamen die Funktionäre der Burgenländervereine in New York zusammen (von den Teilnehmern dieses Gespräches leben nur noch zwei: Joe Baumann und Walter Dujmovits). Einige von ihnen brachten auch die erste Nummer der „Burgenländischen Gemeinschaft“ mit, die sie wenige Tage vorher erhalten hatten. Keiner von ihnen, auch nicht Dujmovits, kannte Toni Lantos.
Man beschloss aber, mit ihm Kontakt zu halten.
Nach seiner Rückkehr schloss sich Dujmovits der Burgenländischen Gemeinschaft in Eisenstadt an (ab März 1958 Vizepräsident) und auch Riedl empfahl, Lantos zu unterstützen. So war der Weg also frei für eine erfolgreiche Entwicklung.
Die Burgenländische Gemeinschaft war am Anfang ein Zeitungsunternehmen und wurde erst später zum „Verein zur Pflege der Heimatverbundenheit der Burgenländer in aller Welt“.
Die Anfänge waren dadurch begünstigt, dass in jenen Jahren Flugreisen über den Atlantik für die Amerikaner nicht nur möglich, sondern auch erschwinglich wurden. Jetzt konnte man innerhalb eines einzigen Tages den Atlantik überqueren. Früher mussten Heimatbesucher Schiff und Bahn benutzen und verloren zusammen mit dem Aufenthalt im Burgenland so viel an Zeit, dass der Heimatbesuch innerhalb eines Arbeitsurlaubes nicht mehr möglich war. Man musste riskieren, wegen dieser Fahrt die Arbeit in Amerika zu verlieren.
Bis 1961 führte Dr. Lantos den Verein von Eisenstadt aus. Dann wurde Oberamtmann Julius Gmoser Präsident und das Büro übersiedelte nach Mogersdorf. Nach seinem Tode im Jahre 1985
wurde Walter Dujmovits zum Präsidenten gewählt. Seither befindet sich das Büro in Güssing.

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Burgenlaendische Gemeinschaft 1-3 2006 Nr.397 Zeitungsarchiv