| Erstauswanderer Deutschkreutz, Deutsch Schützen, Hagensdorf, Urbersdorf 23. Fortsetzung |
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Mit Beginn des neuen Jahrhunderts hat die Auswanderungswelle den letzten Winkel des Burgenlandes erreicht. Gleichzeitig steigen die Auswandererzahlen massiv an.
In der Auswanderungsgeschichte taucht Deutschkreutz im Mittelburgenland bereits in einem Auswanderungsansuchen auf, welches Frau Anna Bodanszky am 16.10.1852 eingereicht hat. Sie war die Witwe des Handlungsbuchhalters Stefan Bodanszsky, der aus Deutschkreutz stammte, aber in Wien lebte. Im März 1854 ist dieses Ansuchen noch nicht erledigt gewesen. Es ist auch nicht bekannt, ob sie überhaupt ausgewandert ist. Aus der Umgebung von Ödenburg wurden 1854 insgesamt 29 Reisepässe ausgestellt, aber kein einziger nach Amerika, die meisten nach Deutschland, Rußland, Serbien, in die Türkei und in die Schweiz. Der berühmte Komponist Karl Goldmark lebte von 1834-44 in Deutschkreutz. Sein Bruder Joseph (geb. 15.4.1818 in Deutschkreutz) lebte in Wien und mußte 1848 von dort nach Amerika flüchten. Aus Deutschkreutz selbst sind im Jahre 1901 die ersten ausgewandert. Einige zogen nach South Bend, wo viele Kroaten aus den Nachbardörfern lebten. Etwa 30 Familien fuhren nach Hamilton, einer Stadt 23 Meilen nördlich von Cincinnati (Ohio), wo es heute noch Familiennamen gibt, wie Artner, Fuchs, Glöckl, Groß, Kallinger, Reumann und Weber. Die bedeutendste Auswanderergemeinde des südlichen Burgenlandes ist Deutsch Schützen. Die ersten zogen 1901 weg. 1902 sind innerhalb von 8 Tagen in 2 Schüben 40 Personen ausgewandert, aus den Nachbargemeinden waren es zur selben Zeit 60 Personen. Ihnen folgten am 1.2.1903 wieder 40 Personen, so daß damals innerhalb von 2 Jahren 102 Personen Deutsch Schützen verlassen haben. In dieser kurzen Zeit haben sie 25 Kronen gesammelt und nach Hause geschickt. Damit konnte bereits 1904 das Amerikaner-Kreuz in Deutsch Schützen errichtet werden. Dieses soll an das harte Los der Auswanderung erinnern. Die Auswanderer dieser Jahre konnten nicht hoffen, die Heimat je wieder zu sehen. Noch in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts war es möglich, 209 der insgesamt mehr als 300 Auswanderer aus Deutsch Schützen namentlich zu erfassen. Von ihnen lebten 188 in den USA und 18 in Kanada. Innerhalb der USA lebten die meisten in New York, Pennsylvanien, Chicago und Connecticut. Die Bevölkerungszahl von Deutsch Schützen ist von 969 im Jahre 1923 auf 823 im Jahre 1934 zurückgegangen, das sind 15,1%. Das ist die größte Bevölkerungsabnahme aller burgenländischen Orte im Zusammenhang mit der Amerikawanderung. Zu den ersten Auswanderern aus Hagensdorf im Jahre 1901 und kurze Zeit später zählen: Stangl (Nr. 34), Klepeisz (Nr. 35), Seier (Nr 36) und Franz Hiertz (Nr. 38). Im Jahre 1906 ist der 1891geborene Stephan Geider seinem 1903 nach Amerika ausgewandertem Bruder nachgefahren. Er arbeitete als 15jähriger um einen Tageslohn von nur 50 Cent in einer Zigarrenfabrik, dann in einer Hufeisenfabrik. Dort erreichte er nach zwei Jahren einen Tageslohn von 90 Cent. Anschließend arbeitete er in einer Zementfabrik in Allentown bis zu seiner Pensionierung. Am 4. Jänner 1974 kam er nach 68 Jahren wieder nach Hagensdorf zurück und ist dort bald darauf gestorben. Der erste Auswanderer aus Urbersdorf war der 1876 geborene Josef Sakaschitz , der 1901 nach Allentown gezogen ist. Fortsetzung folgt |
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| Burgenlaendische Gemeinschaft 11/12 2004 Nr.392 | Zeitungsarchiv, Serien |