| Erstauswanderer Schützen/Geb., Lockenhaus, Eisenzicken, Woppendorf, Gamischdorf, Gaas 21. Fortsetzung |
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Am Beginn des Jahrhunderts hat die Auswanderungswelle bereits alle Einzellandschaften des Burgenlandes erreicht. Im Jahre 1900 brachte der aus Grodnau stammende Johann Wenzel den ersten Auswanderertransport nach Amerika. Es waren 45 Männer, die mit dem Schiff „Kaiser Wilhelm“ gekommen waren und zu Stammvätern der weltweit größten Burgenländerkolonie in Chicago geworden sind.
Die nachweislich ersten Auswanderer verließen im Jahre 1900 Gschieß, wie man damals Schützen/Gebirge bei Eisenstadt bis 1924 genannt hat. Allerdings ist bereits ein 1813 in Gschieß geborener Taglöhner namens Andreas Steffanitsch nach Donnerskirchen gezogen und von dort als erster Auswanderer dieses Ortes nach Amerika gefahren. Aus Schützen/Gebirge sind in der ersten Jahrhunderthälfte 17 Personen ausgewandert, davon 4 wieder zurückgekehrt. Aus Lockenhaus ist als erste Elisabeth Wally ausgewandert und wie die meisten dieser Gegend nach Chicago gezogen. Ein weiterer früherer Auswanderer war Johann Haderer (1879), der 1914 ebenfalls nach Chicago zog. Aus der deutschen Gemeinde Eisenzicken bei Oberwart wanderte als erster Josef Wagner aus, der sich dann in Chicago niedergelassen hat. Aus Eisenzicken wanderte 1924 auch der erste burgenländische Akademiker nach Amerika aus: Diplomkaufmann Julius Wölfel, der bei verschiedenen Firmen in Florida und Kuba tätig war. Er kehrte 1932 zurück und erwarb anschließend die Mühle in Unterwart. Um das Jahr 1900 begann auch die Auswanderung aus Woppendorf, einem Ort in der Nähe von Großpetersdorf. Insgesamt sind 69 Personen ausgewandert, fast alle nach Chicago. Aus Gamischdorf bei St. Michael ist als erster Franz Eberhardt (Nr. 39)im April 1900 weggefahren. Er hat sich wahrscheinlich in Pennsylvania niedergelassen. Allerdings ist auch überliefert, daß der Auswanderer Julius Bodisch aus Neustift mit einem kleinen Kind aus Gamischdorf mit dem Namen Josef am 1.11.1897 in Bremen das Schiff „Westernland“ bestieg und am 25.11.1897 in New York angekommen ist. Die ersten Auswanderer aus Gaas leiteten 1900
die große Auswanderungsbewegung am Pinkaboden ein. Die Reblauskatastrophe
hat dabei eine Rolle gespielt. Es leben heute mit Sicherheit mehr
Auswanderer aus Gaas und deren Nachkommen in Amerika als der Ort Einwohner
hat. Mindestens 1/3 der erwachsenen Bevölkerung ist nach Amerika gezogen.
Im Jahre 1903 sind innerhalb weniger Wochen insgesamt 53 Personen, in den
beiden Jahren 1922 und 1923 weitere 49 Personen ausgewandert. Bis 1939
waren bereits 978 Gaaser in Amerika. Die Zahl kann auch größer sein.
Verhältnismäßig viele (76) kamen wieder nach Gaas zurück. Mit den 37
Personen, die nach 1945 ausgewandert sind, liegt Gaas zusammen mit
Gerersdorf an der Spitze der Nachkriegswanderung im Bezirk Güssing. Die
frühen Auswanderer zogen nach New Jersey (Passaic, Clifton, Peterson), die
späteren nach New York. Relativ viele haben schöne Positionen erworben,
z.B. die Brüder Messenlehner, die Priester geworden sind und der Arzt
Elemér Schwarz in New York. |
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| Burgenlaendische Gemeinschaft 7/8 2004 Nr.390 | Zeitungsarchiv, Serien |