Haus der Volkskultur

 

Ausgehend von einem alten Bauernhaus, das die wertvolle Sammlung bäuerlicher Geräte von Professor Franz Simon beherbergt hat, wurde durch einen modernen Zubau und einem schönen Hof das „Haus der Volkskultur“ in Oberschützen geschaffen, welches am 5. Oktober 2003 eröffnet wurde. Der „Hianzenverein“ (Burgenländisch-Hianzische Gesellschaft) hat sich seit seiner Gründung im Jahre 1996 sehr bemüht, für alle Bereiche der burgenländischen Volkskultur ein gemeinsames Haus zu erwerben und zu gestalten.

Die Ziele des Hianzenvereins sind: Wecken, Festigen und Fördern der überlieferten Mundarten des Burgenlandes, im Besonderen des Ui-Dialektes sowie die Pflege des Brauchtums und der Volkskultur der Hianzen- und Heidebauern. Ein Hauptanliegen des Hianzenvereins ist es, die burgenländische Jugend zur Pflege der Mundart anzuregen und diese auch an nachfolgende Generationen weiterzugeben.

Diese Ziele können im neuen Gebäude in Oberschützen umgesetzt werden. Eine umfangreiche Bibliothek, eine Phonothek und ein Archiv bilden die Grundlage für wissenschaftliche Arbeiten. In einem schönen Saal, aber auch im ebenso schönen Hof, können Tagungen und Versammlungen abgehalten werden. Der moderne Bau neben dem alten Bauernhaus symbolisiert, daß die Hianzen und ihr Dialekt nicht nur eine Vergangenheit sondern auch eine Zukunft haben.
Im Haus der Volkskultur ist der Hianzenverein, das grenzüberschreitende Diaklekt-Institut sowie
3 weitere bedeutende Sammlungen untergebracht: das Heimatmuseum mit der Sammlung des Professors Simon, eine Gedenkstätte für den evangelischen Pfarrer Gottlieb August Wimmer, der vor mehr als 150 Jahren die Höheren Lehranstalten in Oberschützen gegründet hat. Nicht zuletzt sei erwähnt, daß dort auch das burgenländische Volksliedwerk eine große Sammlung von Volksliedern untergebracht hat.

Der Besuch dieses Haus kann sehr empfohlen werden.

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Burgenlaendische Gemeinschaft 11/12 2003 Nr.386 Zeitungsarchiv