| Erstauswanderer St. Michael, D. Ehrensdorf, Steinfurt, Luising, Unterkohlstätten, Mariasdorf, Langzeil 17. Fortsetzung |
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Die ersten Burgenländer ließen sich 1895 in New Jersey nieder. In der Folge waren es vor allem Auswanderer aus St. Michael und den umliegenden Dörfern sowie aus dem unteren Pinkatal (Pinkaboden), die dorthin gezogen sind. Die meisten arbeiteten in den Textilfabriken von Passaic, Clifton und Paterson. Noch heute ist das geistige Zentrum der Burgenländer die Dreifaltigkeits-Pfarre in Passaic. Ein + bedeutet eine Ungenauigkeit von 2-3 Jahren, ++ eine solche von 3-5 Jahren.
Die ersten Auswanderer aus St. Michael und zugleich die ersten Einwanderer in Passaic waren die Mitglieder der Familie Kunzier im Jahre 1895. Zwei Jahre später folgte ihnen Franz Oswald mit seiner Familie. Beide Männer hatten das Schneiderhandwerk gelernt und waren ausgewandert, um der Einberufung in der Armee zu entgehen. Kunzier gründete in Passaic eine Schmiede und erwarb sich durch seine gediegene Arbeit großes Ansehen. Oswald begann mit einer Gärtnerei, wurde dort Vorarbeiter und später sogar Teilhaber einer Firma. Beide Pioniere brachten es zu erheblichem Wohlstand. Einer der Gründer des am 25.4.1925 gegründeten „Ersten Burgenländer Kranken-Unterstützungsverein“ in Chicago war Louis Schipits aus St. Michael. Er war ab 1937 jahrzehntelang dessen Präsident. Bemerkenswert ist ein Buch, das Frances Panny 1977 geschrieben hat. Sie ist 1906 in St. Michael geboren und 1922 nach Chicago ausgewandert. Der Titel des Buches: „Fannerl“. Aus St. Michael sind beiläufig 350 Personen ausgewandert (Inschrift auf dem Amerikanerkreuz). Namentlich sind 201 bekannt. Zusammen mit den Nachbardörfern beträgt die Auswandererzahl aber mindestens 1.700! Der erste Auswanderer aus Deutsch Ehrensdorf war Eduard Hammerl 1895. Sieben Jahre später sind innerhalb weniger Wochen 26 aus dem Dorf ausgewandert. Im selben Zeitraum waren im Jahre 1902 aus Steinfurt 16 nach Amerika gefahren. Insgesamt sind es 178 Personen, von denen 84 wieder zurückgekehrt sind. Nach dem letzten Krieg sind in die damals 29 Häuser 430 Pakete aus Amerika eingelangt, das sind im Durchschnitt 15 Sendungen pro Haus! Peter Pail, geb.18.2.1881, ist aus dem Haus Nr. 13 im Jahre 1895 und im Alter von 14 Jahren als erster von Luising ausgewandert. Die meisten, die ihm gefolgt waren, haben sich in Northampton und Allentown niedergelassen. Von 1895-1938 sind aus Unterkohlstätten insgesamt 38 Personen ausgewandert. Der erste war Josef Schlaffer (Nr. 13) im Jahre 1895, der zweite Josef Holzschuster (Nr. 26) im Jahre 1896. Dieser ist 2 Jahre später wieder zurückgekehrt. Insgesamt sind aus Mariasdorf bei Bernstein 107 nach Amerika gezogen (die meisten im Jahre 1903), davon 70 vor dem Ersten Weltkrieg, 31 in der Zwischenkriegszeit und 6 nachher. Unter den Anwärtern für das Richteramt in Chicago war auch der demokratische Rechtsanwalt Dr. Robert Hönig, dessen Mutter Theresia, geb. Höfler, 1896 in Mariasdorf geboren und 1909 nach Chicago ausgewandert ist. Der erste Auswanderer aus Langzeil (heute ein
Ortsteil von Güssing) war Stefan Loos. Wohin er gezogen ist, ist nicht
bekannt, auch nicht das genaue Jahr seiner Auswanderung. Es soll „in der
Mitte der 90er Jahre“ gewesen sein. Fortsetzung folgt |
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| Burgenlaendische Gemeinschaft 11/12 2003 Nr.386 | Zeitungsarchiv, Serien |