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So ein heißer Sommer wie heuer war noch nie da. 4 Monate
lang stöhnte Europa unter der großen Hitze und litt unter extremer
Trockenheit. In Großbritannien und in Deutschland wurden erstmals 40 Grad
C (= 104 F) erreicht und überschritten. Anfang August erschien in England
eine Zeitung mit riesigen Buchstaben auf der ersten Seite: „100 F“. Am
folgenden Tag schrieb dieselbe Zeitung: „HOTTEST DAY IN HISTORY!“ Da waren
es 101 F.
Es begann bereits am 6. Mai, als in Österreich über 30 Grad Celsius
gemessen wurden. Noch nie hat es so viele heiße Tage gegeben wie heuer.
„Sommertage“ nennt man solche mit Temperaturen zwischen 25-30 Grad (77-86
F), „Tropentage“ solche mit Temperaturen über 30 Grad C (86 F). Im
Burgenland gab es 35 solcher „Tropentage“, das heißt, dass es an jedem 3.
Tag über 30 Grad gegeben hat. Damit wurde der bisherige Rekord aus dem
Jahre 1811 überboten. Fast so heiß wie heuer war es nur noch in den Jahren
1861 und 1992. Die heurigen Temperaturen lagen 4 Grad über dem
langjährigen Durchschnitt.
Der heißeste Tag im Burgenland war der 13. August. Da hatte es in Neusiedl
am See und in Andau 38,5 Grad C (=101,3 Grad Fahrenheit), in Eisenstadt
38,4 C(101,2 F) und in Stegersbach 38,3 C(101,1 F). Das sind die höchsten
Werte, die je im Burgenland gemessen wurden. Zum Vergleich: den absoluten
Hitzerekord in Österreich gab es am 27. Juli 1983 in Dellach in Kärnten
mit 39,7 C (103,4 F).
Ein weiterer Rekord war die lange Dauer der Hitzeperiode und die sehr
warmen Nächte.
Im Gegensatz zu New York und anderen Städten Amerikas, wo die Nächte sehr
heiß und schwül sein können, gibt es solche in Österreich nicht. Es ist in
der Nacht nie so heiß, dass man schwitzt. In diesem Jahr aber lagen die
durchschnittlichen Nachttemperaturen bei 20,9 Grad (69,6 F).
Den letzten heißen Tag mit über 30 Grad Celsius gab es am 28. August. Dann
aber ging innerhalb von nur 2 Tagen dieser heiße Sommer nahezu ohne
Übergang in einen kühlen und verregneten Herbst über.
Eine solche extreme Witterung hat natürlich auch Auswirkungen auf die
Natur und die Landwirtschaft. In manchen Gegenden Österreichs gibt es so
wenig Heu, dass die Bauern einen Teil ihrer Rinder verkaufen müssen. Aber
auch die Feldbauern verzeichnen große Schäden. Die Dürreschäden im
Burgenland liegen bei 40 Millionen Euro.
Wir haben heuer die früheste Weinlese seit Menschengedenken. Bereits in
den letzten Tagen des Juli (!) wurden die ersten Weintrauben geerntet. Die
extreme Hitze hat die Trauben früher reifen lassen. Wegen der vielen
Sonnenstunden und hohen Temperaturen gibt es heuer einen besonders süßen,
daher alkoholreichen und gehaltvollen Wein. Besonders für die Rotweine
sind die Bedingungen ideal. Allerdings werden die Erntemengen etwas
geringer ausfallen.
Flüsse und Bäche hatten einen historischen Tiefstand erreicht. In der
Teichwirtschaft gibt es stellenweise ein großes Fischsterben, denn die
erhöhten Wassertemperaturen lassen den Sauerstoffgehalt sinken. Flache
Gewässer sind davon betroffen. Im Strembach bei Tobaj fand man eine große
Zahl toter Fische. Der Grieselbach, der durch Jennersdorf fließt, war fast
ausgetrocknet. Der Neusiedler See hat einen so niedrigen Wasserstand, dass
man daran denkt, das Wasser von der Raab in Ungarn in den See zu leiten.
Möglicherweise wird man schon nächstes Jahr mit dem Bau eines
entsprechenden Kanals beginnen.
Die gute Seite dieses Rekordsommers war, daß die Schwimmbäder immer voll
waren und gute Geschäfte gemacht haben. Viele haben rechtzeitig investiert
und ihre Kapazitäten vergrößert. So hat auch die „Familientherme
Lutzmannsburg-Frankenau“ heuer ausgebaut. Mit „Twister“ (211m) und „Speedy“
(143m) wurden die längsten Indoor-Rutschen Österreichs errichtet.
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