| Erstauswanderer Jabing, Gerersdorf, Burgauberg 15. Fortsetzung |
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In der Mitte der 90er Jahre sind alle Landesteile bereits von der Auswanderung betroffen. Wenn in einem Tal aus einem Dorf die ersten weggezogen waren, erfaßte das Auswanderungsfieber nach und nach auch die Nachbargemeinden dieses Tales.
Die ersten Auswanderer, die von Jabing weggezogen sind, waren 10 Personen im Jahre 1894. Der früheste mit dem Namen bekannte ist Franz Tausz (Hausname: Juki, Nr. 61), der 1897 in die Gegend von Detroit zog und dort als Holzfäller gearbeitet hat. Er war bei seiner Auswanderung bereits 60 Jahre alt und kehrte um die Jahrhundertwende wieder nach Jabing zurück. Nach ihm ist ein gewisser Farkas weggezogen. Heute noch steht am Eingang der Kirche ein Kreuz aus dem Jahre 1910, auf dem 98 ausgewanderte Jabinger namentlich eingetragen sind auf ungarisch (das Burgenland gehörte damals noch zu Ungarn): „Isten Dicsöségére 1919“ („Zur Ehre Gottes“). Nach einer Erhebung im Jahre 1964 wurden 383 Auswanderer gezählt, das ist bezogen auf die Volkszählung von 1934, welche damals 1.010 Personen auswies, 38% der Bevölkerung. Das bedeutet wieder, daß heute zweimal mehr Jabinger und deren Nachkommen in Amerika leben als der Ort heute Einwohner hat. Die gegenwärtige Einwohnerzahl beträgt 742 Personen. Interessant ist, daß die Zahl der Eheschließungen innerhalb der Jabinger Kolonie sehr hoch ist, was wieder zu einem starken Zusammenhalt führt. So wurde vor 80 Jahren der „Erste Krankenunterstützungs-Verein New York“ unter starker Beteiligung der Jabinger gegründet und das „Anna-Picnic“ in New York geht auf den Anna-Kirtag in Jabing zurück. Zu den am besten erforschten Dörfern zählt Gerersdorf
im Zickental. Vor 50 Jahren gab es von den damals 194 Häusern nur 2,
aus denen niemand ausgewandert ist (ein Zuzügler und ein kinderloses
Ehepaar). Insgesamt sind 376 ausgewandert. Die Zahl könnte sogar noch
höher sein, weil vor dem Ersten Weltkrieg oft ganze Familien geschlossen
ausgewandert sind und keine Verwandten hinterlassen haben. Dazu kommen
zahlreiche Findelkinder, die aus Wiener Häusern gebracht und von Bauern
gegen kleines Entgelt aufgezogen wurden. Die Einwohnerzahl von Gerersdorf
sank in der Zeit von 1934 bis heute von 780 auf 497. Von Burgauberg sind nur wenige ausgewandert. Der
erste war im Jahre 1894 Johann Spirk (1857). Er ließ sich in Milwaukee
nieder. Ein interessanter Auswanderer aus Burgauberg war Franz Kranz (Nr.
43), der um 1861 in Bocksdorf geboren wurde und 1904 nach St. Louis
ausgewandert ist. Dort hat er angeblich eine Erfindung gemacht, die für
die Weiterentwicklung des Eisenbahnpuffers von Bedeutung war.
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| Burgenlaendische Gemeinschaft 7/8 2003 Nr.384 | Zeitungsarchiv, Serien |