Jahr der Auslandsösterreicher

 

Die österreichische Bundesregierung hat das Jahr 2002 offiziell zum „Jahr der Auslandsösterreicher" erklärt. Gründe dafür waren erstens, das 50jährige Bestehen des „Weltbundes der Österreicher im Ausland" (Dachorganisation der Österreich-Vereinigungen in der Welt); zweitens, die geplante Zusammenführung des „Weltbundes der Österreicher im Ausland" und des „Auslandsösterreicherwerkes" zu einer einheitlichen Serviceorganisation für alle Österreicher im Ausland und drittens, die Betonung der Wertschätzung aller Auslandsösterreicher durch die österreichische Bundesregierung.

Die Burgenländische Gemeinschaft, die dritte Auslandsösterreicher-Organisation, trägt dieses Jahr in vollem Umfang mit und hat es zum eigenen Jahresthema gemacht. Das „Jahr der Auslandsösterreicher" hat schon einmal, im Jahre 1961 stattgefunden. Anläßlich des Gedenkens an die hundert Jahre vorher begonnene massive Auswanderung nach Amerika hatte auch die Burgenländische Landesregierung das Jahr 1975 zum „Jahr der Auslandsburgenländer" proklamiert.

Zu seinem 50-Jahr-Jubiläum hat der Weltbund besondere Akzente gesetzt: Der weltberühmte österreichische Künstler Professor Ernst Fuchs hat eine Sondermarke gestaltet, die seit September im Verkehr ist.

Bereits im Jahre 1995 wurde im Wiener Rathauspark der „Auslandsösterreicher-Baum" gepflanzt, eine Esche, die symbolisch die Verbindung der Auslandsösterreicher mit ihrer Heimat darstellen soll. Der dort befindliche Gedenkstein wurde nun aktualisiert.

Marianne Rauscher, eine in Kairo lebende Österreicherin, hat eine Kurzfassung der Geschichte Österreichs speziell für die Auslandsösterreicher-Jugend geschrieben. Das Buch hat 120 Seiten und ist als Nachschlagwerk und unterstützende Lernhilfe sehr zu empfehlen.

Besonderer Höhepunkt war die Tagung des Weltbundes verbunden mit dem Auslandsösterreicher-Treffen von 5. bis 8. September in Wien. Diese Veranstaltung war im vorigen Jahr in Eisenstadt gewesen. Diesmal waren 875 Teilnehmer aus 30 Ländern gekommen, so viel wie noch nie. Die meisten kamen aus Deutschland und der Schweiz. Im Abstand folgten Italien, USA, Großbritannien.

Zum erstenmal waren auch zahlreiche Teilnehmer aus den ehemals kommunistischen Ländern gekommen (Ungarn, Kroatien, Tschechien, Slowenien, Slowakei, Albanien).

Im großen Saal des Wiener Rathauses wurde der „Auslandsösterreicher des Jahres 2002" geehrt. Es ist dies der berühmte österreichische Schauspieler und Oscar-Preisträger Maximilian Schell.

Die Wahlen zum Vorstand des Weltbundes brachten nachstehendes Ergebnis: Präsident Fritz Molden (Österreich), Stellvertretender Präsident: Gustav Chlestil (Belgien), Vizepräsident: Jürgen Em (Deutschland), ferner Peter Ernst (Frankreich), Erika Walker (Großbritannien), Georg Schoiswohl (Tschechien), Margarete Bernava-Bambas (Italien), Rudolf Neuhold (Deutschland), Rowena Habeck (Belgien), Paul Stritz (Schweiz), Laszló Schmidt (Ungarn).

Absoluter Höhepunkt der Veranstaltung war der Beschluß der Zusammenführung der beiden Auslandsösterreicher-Organisationen zum „Auslandsösterreicher-Weltbund" mit Wirksamkeit vom 1.1.2003.

Darüber werden wir noch ausführlich berichten.


BG-HomeSeitenanfang

Burgenlaendische Gemeinschaft 9/10 2002 Nr.379 Zeitungsarchiv