EURO - das neue Geld


Nun ist es so weit. Zu Silvester haben wir uns von unserem lieb gewordenen Schilling verabschiedet. Seit Neujahr ist der EURO (=100 Cent) die offizielle Währung in Österreich. Bis 28. Feber kann man auch noch mit Schilling zahlen. Nach dem 1. März gilt nur mehr der EURO. 
Die Österreicher haben sich überraschend schnell umgestellt. Obwohl insgesamt 8 Wochen Zeit gewesen wären, hat man bereits nach wenigen Tagen nur mehr selten Schillinge gesehen. Der Schilling war auch deswegen so populär, weil er zweimal und immer nach schweren Jahren des Krieges und der Not eingeführt worden ist: 1925 löste der Schilling die Krone ab, die damals in eine unvorstellbare Inflation geraten war. Im Jahre 1945 löste er die Reichsmark ab, als Österreich wieder ein selbständiges Land wurde.

Neben Österreich haben noch weitere 11 Länder ihre alte Währung abgeschafft und den EURO eingeführt: Deutschland, Frankreich, Holland, Belgien, Luxemburg, Italien, Finnland, Irland, Spanien, Portugal, Griechenland. Es gibt noch drei Staaten, die zwar ebenfalls zur Europäischen Union gehören, aber bei ihrer alten Währung geblieben sind: Großbritannien, Schweden, Dänemark. Die Dänen haben sogar in einer Volksabstimmung die Einführung des EURO abgelehnt. 

Diese 12 Staaten mit gemeinsamer Währung bilden den „Euroraum“, der von den anderen beiden großen Wirtschaftsräumen USA und Japan ernst genommen werden muß. Im Euroraum leben 300 Millionen Menschen, das sind 5 % der Weltbevölkerung. Die USA haben 278 Millionen, Japan hat 127 Millionen Einwohner. USA hat 30 % Anteil an der Weltwirtschaft, der Euro-Raum 19 %, Japan 15 %. 

Es gibt 8 Euro-Münzen: 1,2,5,10,20,50 Cent sowie 1 und 2 Euro. Jede ist auf der Vorderseite in ganz Europa einheitlich und gleich gestaltet. Die Hinterseite ist von Land zu Land verschieden.Die Euro-Banknoten (5,10,20,50,100, 200 und 500 Euro) haben unterschiedliche Farben und Größe und können daher nicht verwechselt werden. Bei ihnen gibt es keine nationalen Unterschiede. Auf den Vorderseiten sind symbolisch Fenster und Tore dargestellt, die den europäischen Geist der Offenheit symbolisieren, auf den Rückseiten Brücken als Symbole der Zusammenarbeit zwischen den Völkern.

Besonders stolz können wir Österreicher auf diese neuen Geldscheine deswegen sein, weil sie von einem Österreicher, von Robert Kalina, einem Mitarbeiter der Nationalbank stammen. Auch bei den Münzen hatte ein Österreicher die Hand im Spiel. Die Rückseite (also die nationale Seite) hat der niederösterreichische Bildhauer Prof. Josef Kaiser gestaltet. Nur die internationale Seite der Münze mit der Wertangabe stammt von einem Belgier, von Lue Luycx.

Die neuen Münzen und Banknoten sind die ersten in der Geschichte, die nicht mehr Staatswappen oder Köpfe von Staatsoberhäuptern oder andere Hoheitssymbole tragen.

Die Umstellung auf EURO ist nicht mehr rückgängig zu machen. Wir sind auf dem Weg nach Europa um ein schönes Stück weiter gekommen.

BG-HomeSeitenanfang

Burgenlaendische Gemeinschaft 1/2 2002 Nr.375 Zeitungsarchiv