| Erstauswanderer Steinberg, Bubendorf, Illmitz 4. Fortsetzung |
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Bis zum Ende der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts sind die Auswanderer nach Amerika noch mit Segelschiffen gefahren. Auf einer solchen Fahrt, die viele Wochen dauerte, starben jedesmal im Durchschnitt 3% der Passagiere, die dann auf offenem Meer beigesetzt wurden.
Die Auswanderung der Steinberger Familien ist durch persönliche Briefe und Eintragungen in die Taufmatrikeln sowie durch eine mündliche Überlieferung quellenmäßig gut belegt.
Karl Schleicher (6.12.1829) wanderte mit seiner Frau Theresia, geborene Raidl (16.12.1834), und den Kindern Maria (16.1.1859) und Franz (9.10.1861) im Jahre 1865 nach Kansas City aus. Ihnen folgten die Familien Kraxner, Gangl, Ehrenreich und Tillhof. Zumindest der Familie Tillhof scheint es am Anfang nicht gut gegangen zu sein. Josef Tillhof (16.5.1835) und seine Frau Anna, geborene Feymann (19.7.1843), bitten ihre Eltern daheim in einem Brief um Überweisung eines Geldbetrages, um in Kansas City eine Haus zu erwerben und um 200 Äpfel- und Pfirsichbäume um einen Weingarten anzulegen. Sie beklagen sich über Mißernten und Heuschreckenplage in den vorangegangenen Jahren. Da die besten Gründe schon vergeben waren, konnten die Tillhofs dann nur mehr weniger gutes Ackerland erwerben. Aber gerade dort entstand später der riesige Bahnhof von Kansas City mit der damals größten freitragenden Halle Amerikas. Mit großem Gewinn konnten die Tillhofs ihren Grund der Eisenbahngesellschaft verkaufen und mit dem Erlös große Ackerflächen erwerben. Man sagte, daß ein großer Teil der rasch wachsenden Stadt auf Tillhofs Grund errichtet worden ist. Die Tillhofs wurden sagenhaft reich. Die Verbindung mit der alten Heimat brach - wohl auch aus diesem Grund - ab. Am 10.4.1866 brannte der eine Teil von Bubendorf nieder, 1872 der andere. Darauf hat sich die Gemeinde statt des Kirchenpatrons Mutter Anna doch lieber unter den Schutz des Heiligen Florians gestellt. Nach dem Brand von 1866 ist die Hälfte aller Einwohner nach Slawonien ausgewandert, nur ein kleiner Teil nach Amerika. Der frühest bekannte ist ein gewisser Höfer. Er war von daheim bis nach Kansas City, wo er sich mit seiner Familie niedergelassen hat, drei Monate unterwegs. In einer hervorragenden Arbeit hat Josef Egermann die Menschen gezählt, die von 1869-1974 aus Illmitz abgewandert sind. Dabei kam er auf 1538 Personen. Der Ort zählt heute 2.517 Einwohner. In Zeitabschnitten eingeteilt betragen die Zahlen der Abwanderer: 129 Personen (1869-1880) + 270 (1881-1890) + 223 (1891-1900) + 363 (1900-1910) + 349 (1923-1939) + 204 (1950-1974). Es ist kein Zweifel, daß der überwiegende Teil der Abwanderer nach Amerika gezogen ist. In früheren Jahren war die Abwandererzahl mit der Auswandererzahl fast identisch. Später nimmt der Anteil der Überseewanderer ab. Zu den ersten Amerikawanderern zählte ein gewisser Kisch, der Illmitz 1870 verlassen hat.
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| Burgenlaendische Gemeinschaft 9/10 2001 Nr.373 | Zeitungsarchiv, Serien |