| Woschtog Hans H. Piff |
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Heute, wo in jedem Haushalt eine Waschmaschine und möglicherweise auch ein Wäschetrockner steht, kann man sich kaum vorstellen, welch anstrengende Tätigkeit das Wäschewaschen früher gewesen ist. Das Reinigen der Wäsche geschah in zwei Arbeitsgängen: Im Auslaugen der Wäsche (Sechtn) und im eigentlichen Waschen (Ausrippln). Das Sechtn erfolgte meist in der Kuchl. Dazu benötigte man einen drei oder vierbeinigen Sechtschragn oder einen Sechtschemel, der in der Mitte ein Loch aufwies. Auf diesen Sechtschragn wurde das Sechtschaffl, ein hohes rundes oder ovales Schaff, gestellt. Im Boden des Schaffes befand sich nahe der Wand, manchmal auch in der Mitte, ein rundes Loch, das durch einen runden, langen Stöpsel, der bis an den Rand des Schaffes reichte, verschlossen wurde. Die Wäsche wurde nun in lauwarmem Wasser oberflächlich herausgewaschen und danach tüchtig eingeseift. Dann legte man s’Gwand sorgfältig in mehreren Schichten in das Sechtschaffl. Obenauf wurde ein großes, grobes Tuch (Aschtui = Aschentuch) über die Wäsche gebreitet, dessen Enden über den Schaffrand hinabhingen. Auf das Aschtui setzte man die Zarge (Zoa) eines Siebes und füllte Holzasche ein. Die Asche in der Zoa wurde nun mit siedendem Wasser aus dem Sechtkessel (eine der fünf Feuerstellen in einer Rauchkuchl) solange übergossen, bis das Sechtschaffl voll war. Hierauf wurde der Stöpsel herausgezogen und die Lauge durch das Loch im Boden des Schaffes, bzw. des Sechtschragens, ins Untersetzschaff (Intas(i)schaffl) abgelassen. Dieser Vorgang wiederholte sich 10 bis 15mal, je nach Verschmutzung der Wäsche. Erst nach dieser mühseligen Arbeit konnte mit dem eigentlichen Waschen der Wäsche begonnen werden. Dazu bediente man sich der hölzernen, später aus Wellblech gefertigten, Waschrumpl. Waschrumpln mit Schwingtrog, als Vorläufer der Waschmaschine, gab es nur in ganz wenigen Häusern. Der Vorteil dabei war, daß man nur zum Wechseln des Wäschestückes ins Wasser greifen brauchte. Dasselbe galt für die Wäschestampfer, mit denen man das Waschwasser ordenlich durcheinanderwirbelte, um auf diese Weise den Schmutz zu lösen. Das Gwand wurde also tichti außagripplt und fe(i)st ausgwundtn. Das Spülen (Schwemmen) der Wäsche geschah am Bach. Vom Bachufer aus ragte ein breiter Pfosten, der auf zwei dicken Kanthölzern ruhte, balkonähnlich ins Wasser, das sogenannte Stiegl. Von dort aus konnte die Bäuerin trockenen Fußes jedes einzelne Wäschestück gründlich spülen. Nach dem Auswringen wurde ‘s Gwand dann daheim auf der Woschbank mit dem Woschpracka kräftig ausprackt. Noch im feuchten Zustand erfolgte das Mangeln (Glätten) der Wäsche. Dazu verwendete man für kleinere Stücke eine hölzerne Rolle und ein Mangelbrett, für große Leinenstücke eine Wäschemangel. Erst danach wurde die Wäsche zum Trocknen auf einer Leine im Freien, im Winter oder bei Regen auf dem Dachboden aufgehängt. (Aus dem Hianzenkalender 2001)
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| Burgenlaendische Gemeinschaft 7/8 2001 Nr.372 | Zeitungsarchiv, Serien |