Toronto - 
größte Burgenländerstadt in Canada


Keine andere Stadt in Canada hat für die Burgenländer größere Bedeutung als Toronto, die Hauptstadt der Provinz Ontario. Die dort lebenden Burgenländer zählen zu den aktivsten Gruppen der Burgenländer im Ausland. Die meisten von ihnen sind in den 50er und 60er Jahren eingewandert, waren im gleichen Alter und viele hatten schon Grundkenntnisse der englischen Sprache mitgebracht.

Die Burgenländische Gemeinschaft hat das Jahr 2001 zum „Toronto-Jahr" proklamiert. Der aktuelle Anlaß ist das 50-Jahr-Jubiläum des dortigen Edelweiß-Clubs und das 25-Jahr-Jubiläum des Burgenländer-Vereins.

Nach einer Zählung in den 70er Jahren lebten in Toronto 10.000 Österreicher, darunter 4.000 Burgenländer, unter diesen wieder 1.000 burgenländische Kroaten. Wenn diese Zahl in den letzten Jahren auch gesunken ist, so stellen die Burgenländer doch ein sehr aktives Element in Toronto dar. Viele kommen aus Neuberg, Güttenbach, Schandorf, Dürnbach und Nikitsch. Auch das magyarische Element um Oberwart ist dort vertreten.

Die Burgenländer stellten auch im „Edelweiß-Club" eine eigene Gruppe dar. Der letzte Verein von Auslandsburgenländern, der gegründet wurde, ist der „Burgenländer-Verein", den Gyaki am 9. Jänner 1977 aus der Taufe gehoben hat. Der Verein begann mit 77 Mitgliedern unter dem Präsidenten Joe Reininger. Der heutige Präsident ist Otto Novakovits, der aus Güttenbach eingewandert ist. Repräsentant aller Burgenländer in Canada ist der 1951 aus Tudersdorf eingewanderte Helmut Jandrisits. Er ist auch Präsident der Sektion Toronto in der Burgenländischen Gemeinschaft.

Besondere Veranstaltungen der Burgenländer in Toronto sind das Anna-Picnic und der Martini-Tanz.

Toronto wird meist auch in das Besuchsprogramm offizieller Delegationen einbezogen. Als erster war Landeshauptmann Kery 1972 in Toronto.1975 hat Bischof Laszlo die Fahne des Edelweiß-Clubs im Rahmen einer schönen Feier gesegnet.

In diesem Toronto-Jahr wollen wir auch aller anderen Burgenländer in den übrigen Teilen Canadas gedenken, wie wir dies schon 1989 während des „Canada-Jahres" getan haben. Unsere besondere Dankbarkeit erweisen wir jenen, die mit ihrer alten Heimat verbunden geblieben sind. Wir möchten ihnen die Gewißheit geben, daß die alte Heimat sie nicht vergessen hat.

Bei dieser Gelegenheit wollen wir auch an den Edelweiß-Club denken, der nach 50 Jahren seines Bestehens seine Aktivitäten eingestellt hat. Er entstand nach dem Krieg aus einer Hilfsgemeinschaft in der Absicht, der notleidenden Heimat durch Übersendung von Paketen zu helfen. Als sich die Verhältnisse in der Heimat gebessert haben, beschloß man diese Gemeinschaft aufrechtzuerhalten und den Club in Form einer Landsmannschaft zur Pflege österreichischer Geselligkeit, und zur Unterstützung der gerade in diesen Jahren in großer Zahl eingewanderten Landsleute weiterzuführen.

Im Jahre 1950 gab sich der „Austrian-Club-Edelweiß Inc." ein eigenes Statut. In diesem werden die Mitglieder verpflichtet, die Kultur der alten Heimat zu pflegen, den Neuankommenden bei der Arbeits- und Wohnungssuche an die Hand zu gehen und die alten Mitglieder zu unterstützen. In kurzer Zeit wurde Erstaunliches geleistet. Bereits 1952 konnte man das erste Clubgebäude erwerben. Der große Zustrom der Landsleute machte es notwendig, Untergruppen einzurichten: Gesangverein, Jagdverein, Schachclub, Fußballclub, Tischtennisclub und die bekannte Schuhplattlergruppe, in welcher der aus Poppendorf eingewanderte Franz Hemmer seinen Landsleuten das Schuhplatteln beibrachte. Die beliebte Frauengruppe hatte vor bestimmten Festlichkeiten oft in Tag- und Nachtschichten Apfelstrudel in riesigen Mengen hergestellt.

Harmonisch ist der Ausgleich zwischen Anhänglichkeit und Verehrung, die man der alten Heimat entgegenbringt mit dem Bekenntnis zur neuen Heimat Canada. Der Name Edelweiß war zu einem Begriff für österreichische Geselligkeit und Lebensart geworden.

Die Burgenländische Gemeinschaft grüßt alle Landsleute in Toronto und Canada und wünscht ihnen viel Glück und Erfolg im „Toronto-Jahr-2001".

 

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Burgenlaendische Gemeinschaft 1/2 2001 Nr.369 Zeitungsarchiv