Burgenland-Picnic in Amerika

Wie die Co-Organisatorin des Burgenland-Bunch- Picnics, Susan Peters, mitteilte, fand dieses zweite Treffen im malerischen Wabun Park in Minneapolis (Minnesota) bei schönem Wetter statt.

52 Anwesende wurden gezählt, was im Vergleich zum Vorjahr eine beachtliche Steigerung bedeutete. Jüngste Teilnehmerin war Aleda Hoover, die sechs Monate alte Enkeltochter von Hap Anderson, älteste die 88jährige Dorothy Johanson.. Im Jahr 1888 ist ihr Vater Johann Grassinger aus Lebenbrunn eingewandert. Frau Johanson kam mit ihren Söhnen Tom und Ron und ihrer Enkeltochter Wendy aus dem über 2000 km entfernten Seattle (Washington) angereist. Außer den Bundesstaaten Minnesota und Washington waren noch Süd-Dakota, Wisconsin, Florida und Kalifornien vertreten.

Aus Kalifornien war Joe Weber gekommen, um hier Verwandte zu besuchen und am Picnic teilzunehmen. Indessen erkrankte zuhause seine Frau und er mußte sofort zurückfliegen. Er schaffte es aber noch, auf dem Weg zum Flughafen für 20 Minuten beim Picnic vorbeizuschauen. Mike Kirchmeier hatte am Vortag an einem Familientreffen in Süd-Dakota teilgenommen. Er wollte auf dem Weg nach Minneapolis in einem Hotel übernachten, fand aber kein freies Zimmer. So fuhr er fast die ganze Nacht durch und schlief dann ein paar Stunden in seinem Truck. Zwei Beweise dafür, wie wichtig den Burgenländern ihre Herkunft und ihre Familien sind.

Das Picnic führte auch zu überraschenden Begegnungen und Entdeckungen: Renee Van Heel, deren Familie aus Apetlon stammt, kam mit ihrer Mutter Helen. Groß war Ihr Erstaunen, als sie hier Verwandte trafen, die sie schon seit Jahren nicht mehr gesehen hatten. Und als sie sich mit Mike Kirchmeier unterhielten, zeigte er ihnen ein aus der Zeit der Jahrhundertwende stammendes Hochzeitsfoto. Er kannte die darauf abgebildeten Personen nicht. Wie sich herausstellte, waren es die Großeltern von Frau Van Heel, und dasselbe Foto hängt zuhause in ihrem Wohnzimmer. Ein ,,neuer“ Verwandter war gefunden!

Frau Jill Johnson, deren Vorfahren (Tschida) aus Pamhagen stammen, konnte einige lange gesuchte Dokumente finden und mit Hilfe von Jim Weinzetl die Personen auf mehreren Fotos identifizieren.

Abwechslung in das Picnic brachte die Verlosung eines Burgenland-Bildbandes, den ein BB-Mitglied aus Österreich zur Verfügung gestellt hatte. Dorothy Johanson zog den glücklichen Gewinner: Larry Zierhut aus Minneapolis. Marietta Neumann aus Silver Lake (Minnesota) sorgte für eine weitere angenehme Überraschung, sie brachte eine typisch burgenländische Spezialität mit: Mohnstrudel - von ihrem mexikanischen Bäcker!

Einige der Familien und Orte, die beim Picnic durch Auswanderer-Nachkommen vertreten waren: Grassinger, Weber, und Schlegel aus Lebenbrunn, Kogl und Steinbach; Stifter, Fasching und Schermann aus Gerisdorf und Salmannsdorf; Mollner, Koppi und Kaintz aus Wallern und Pamhagen; Gangl, Leurer, Graisy und Bauer aus Illmitz und Pamhagen; Kirchmeier, Lentsch, Peisser, Pollreiss, Tsacher, Steiner und Thuringer aus Podersdorf und St. Andrä; Fink, Schneider und Knebel aus Wallern und Apetlon; Leurer (Leier) aus Wallern; Schmidt und Bacher aus Sankt Andrä und Frauenkirchen; Halbauer, Deutsch, Sommers, Graisy und Ebertorfer aus Wallern; Zierhut, Bierbaum, Lunzer, Theiler, Neuberger und Sattler aus den bei Ungarn gebliebenen Heideboden-Dörfern Zanegg, St. Peter und St. Johann.

Das Picnic war jedenfalls ein großer Erfolg; alte Freundschaften wurden erneuert und neue geschlossen. Wozu der Aufwand, wozu die viele in die Ahnenforschung investierte Zeit, so wird sich mancher fragen. Die Anwesenden waren sich darin einig, daß sie auf diese Weise ihren Vorfahren ein ehrendes Andenken bewahren wollen.

Beim Auseinandergehen wurde vereinbart, im nächsten Sommer wieder ein Treffen zu veranstalten.

Albert Schuch

 

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Burgenlaendische Gemeinschaft 9/10 1999 Nr.361