| "Vater der Europahymne" |
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Die Europahymne, die für alle europäischen Länder die gemeinsame Hymne ist, geht auf Sepp Reichl, einen Burgenländer, zurück. Der ,,Vater der Europahymne" wurde am 22. März 1913 in Rudersdorf geboren. Er unterrichtete im Gymnasium Fürstenfeld, das auch ich damals als Schüler besuchte. Sehr früh wandte er sich der Politik zu. 30 Jahre war er Mitglied des Gemeinderates in Fürstenfeld und ab 1953 Mitglied des österreichischen Bundesrates. In dieser Funktion wurde er als parlamentarischer Vertreter Österreichs nach Straßburg in den Europarat entsandt. In allen westeuropäischen Ländern warb er damals für ein vereintes und freies Europa. 1972 schlug er dem ,,Ministerkomitee des Europarates" vor, die ,,Ode an die Freude" aus Ludwig van Beethovens 9. Symphonie zur ,,Europäischen Hymne" zu machen. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Ein zweiter Österreicher, Herbert von Karajan, wurde beauftragt, eine gestraffte Fassung dieser Hymne zu erstellen. So ist Österreich zweimal daran beteiligt. 1991 wurde Reichl eine einmalige Ehrung zuteil. Er wurde Ehrenmitglied des Europarates und offiziell zum ,,Vater der Europahymne" ernannt. Mit Sepp Reichl freuen sich Österreich und das Burgenland und ich persönlich auch. Während meiner Studienzeit in Fürstenfeld hat mich Professor Sepp Reichl in Geschichte unterrichtet und mir dieses schöne Fach so nahe gebracht, daß ich selbst Geschichte studierte und Historiker geworden bin. Das hat mein ganzes Leben geprägt. Ich habe die Geschichte der burgenländischen Amerikawanderung erforscht, ein Buch darüber geschrieben und auch meine Doktorarbeit. Schließlich bin ich Präsident der Burgenländischen Gemeinschaft geworden. Die Burgenländer in Amerika sind im Bewußtsein der Burgenländer in der Heimat geblieben. Ich weiß nicht, ob das alles so gekommen wäre, wenn Sepp Reichl nicht mein Lehrer gewesen wäre. So empfinde ich heute großen Respekt und große Dankbarkeit gegen meinen alten Lehrer, Prof. Dr. Sepp Reichl, der heuer bei guter Gesundheit seinen 85. Geburtstag gefeiert hat. Dr. Walter Dujmovits. |