| "Als ich nach Güssing kam" Pater Leopold |
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Das Jubiläum ,,25 Jahre Güssing Stadt" fällt zusammen mit einem anderem Jubiläum, und zwar mit ,,50 Jahre Pater Leopold in Güssing? Darin beschreibt er, wie er vor 50 Jahren nach Güssing kam und wie es damals dort ausgesehen hat. Als ich nach Güssing kam Heute beschreiben wir die Erlebnisse in Neustift, das nächste Mal in Glasing. Als wir beide am 2. Dezember 1947 mit dem Fahrrad nach Neu stift fuhren, hatte es einige Tage vorher geregnet und die Erde war aufgeweicht. Auf der holprigen Schotterstraße konnten wir mit dem Rad gerade noch bis zum Sammer-Gasthaus fahren, dann bogen wir auf den schmalen Wiesenweg nach Neustift ab. Beim Graben- Tapler im Neustifter Graben konnten wir mit dem Rad weder fahren noch das Rad schieben, weil durch den lehmigen Boden alle Räder blockiert waren. Da sagte ich: ,,Rußland, hier find ich dich wieder". Denn als Sanitätsdienstgrad einer Schützenkompanie hatte ich auch ein Fahrrad zur Verfügung, das ich nach dem ersten Regen wegwarf und zu Fuß bis Stalingrad marschierte. So lehnten wir auch jetzt unsere Räder beim Graben-Tapler an die Böschung und marschierten zu Fuß nach Neustift. Das war mein erster Eindruck, den ich von Neustift bekam. Zu einem Gottesdienst im Winter bei reichlichem Schnee luden mich die Güssinger Ministranten ein, mit den Schiern nach Neu stift zu fahren. Ich stand das erstemal auf Schiern, die mir ein Ministrant borgte. So fuhren wir los über den Sportplatz durch den Wald nach Neustift. Schon beim ersten kleinen Hügel saß ich bei der Abfahrt auf den Bretteln. So kamen wir erst um 11 Uhr zur alten Schule in Neustift, wo damals in einer Klasse die heilige Messe gefeiert wurde. Die Leute standen schon seit 10 Uhr besorgt auf der Straße, als wir schweißgebadet nach einer Stunde Verspätung ankamen. So stand ich vor dem provisorischen Altar. Da wir damals vor der hl. Messe von Mitternacht an nichts essen oder trinken durften, nicht einmal einen Schluck Wasser, wurde mir während der Predigt plötzlich schwarz vor den Augen, sodaß ich zu einem schnellen "Amen" kommen mußte. Beim geplanten Kirchenbau in Neustift habe ich mit den Ministranten aus der Lafnitz bei Heiligenkreuz Schotter für das Fundament gefördert. Die Grundsteinlegung zur St. Antoniuskirche in Neustift konnte ich noch miterleben. Daß die Kirche am Berg beim Riegel Tapler steht, war das Ergebnis einer Umfrage bei den Katholiken in Neustift. Mit Herrn Wanka ging ich von Haus zu Haus und fragte, wo sie die Kirche wünschen. So steht jetzt die Kirche inmitten des katholischen Teiles von Neustift, nämlich Dorf, Bergen und Graben. Damals wurde schon davon gesprochen, daß dort über den Berg einmal eine Straße gebaut wird. So ist jetzt die Kirche von allen Seiten auf der schönen Asphaltstraße erreichbar. Zweimal in der Woche mußte ich bei jeder Witterung den beschwerlichen Weg nach Neustift machen. (Fortsetzung folgt in
der nächsten Ausgabe) |