| So war es damals... 10. Folge Anschluß, Krieg, Wiederaufbau, Besatzungszeit |
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Die Zeit um 1938 Die 30er Jahre waren durch Arbeitslosigkeit und Armut geprägt. Nicht zuletzt deswegen gab es wenig Widerstand gegen den Anschluß im Jahre 1938. Es gab auch eine stille soziale Revolution. Leute, die der Unterschichte angehörten und dann zur Partei gingen, bekamen hohe Positionen. Die Kirche und das seelsorgliche Wirken wurde eingeschränkt. Die Lehrer verloren ihr soziales Prestige. Oben war, wer der Partei angehörte und in der Partei Karriere machte. Krieg und Wiederaufbau Das Jahr 1945 brachte den Krieg in unsere Dörfer. Es kam zu Bombenabwürfen und zu starken Zerstörungen während der Kämpfe im März und April 1945. Im Sommer 1945, als die Infrastruktur total zusammengebrochen war - in der "Stunde Null" - begann allmählich der Wiederaufbau. Die Besatzungszeit 1945-1955 Die Jahre 1945-1955 sind das Jahrzehnt des Wiederaufbaus, zugleich auch das Jahrzehnt der russischen Besatzung. Ziel der Menschen war es, den Vorkriegsstandard wieder zu erreichen. Ziel war also, daß es uns wieder so gut geht wie vor dem Krieg. Als die Brücken wieder aufgebaut, die Straßen repariert, die Häuser renoviert wurden und das Leben langsam in Schwung geriet, kam es zunächst zur sogenannten "Freßwelle". Die Leute, die sich jahrelang nicht satt essen konnten, wollten dies endlich wieder tun. Da Lebensmittel knapp waren, waren sie auch teuer. Die Verdienste waren nicht hoch, sodaß man mehr als die Hälfte des Einkommens allein für das Essen ausgeben mußte. Dieser "Freßwelle" folgte die "Textilwelle". Die Menschen waren nun satt und begannen mit ihren kargen Einkünften wieder das eine oder andere Kleidungsstück zu kaufen. Da auch diese knapp waren, waren die Preise auch hier hoch. Es war schon viel, man ein zweites Paar Schuhe hatte oder einen halbwegs guten Mantel. Zu Ende der 40er Jahre kam es dann zu Anschaffungen im Bereich der Kleidung. Vieles wurde auch auf Raten gekauft, das heißt, die Geschäfte gaben offen Kredit. In vielen Häusern war es so, daß am Ersten des Monats, wenn das Gehalt kam, die Raten weggezahlt wurden und dann nicht mehr viel für den kommenden Monat übrigblieb. Noch in den Jahren des Krieges entstanden die ersten Betonstraßen im Burgenland (Oberwart - Pinkafeld, Nickelsdorf - Brück, St. Gotthard - Fürstenfeld). Die Elekrifizierung der Dörfer schritt voran. Da aus militärischen Gründen die Körperertüchtigung bedeutend war, wurde der Sport auch sehr gefördert. Das Schifahren und Segeln wird bekannt, wenn auch nur wenige diese Möglichkeiten nutzen konnten. Gleich nach dem Krieg setzte der Siegeszug des Fußballs ein. In jedem größeren Dorf entstand ein Fußballverein. In Güssing und anderen Orten, wo es Möglichkeiten dazu gab, war Speedway auf Motorrädern eine bedeutende Sportart. Wenn man die 50 Jahre seit 1945 überblickt, kann man im großen gesehen jedes Jahrzehnt unter einem besonderen Aspekt sehen. In jedem Jahrzehnt wurden auf einem bestimmten Gebiet große und nachhaltige Veränderungen vorgenommen. Am Anfang stand noch der Wiederaufbau und dann steht immer ein Bereich im Vordergrund, also:
Dr. Walter Dujmovits Fortsetzung folgt |