So war es damals...
9. Folge
Strukturwandel


In den letzten Nummern unserer Zeitung habe ich über das Alltagsleben und über die Arbeitswelt unserer Großeltern und Urgroßeltern geschrieben. Vor allem über ihre Kleidung, Nahrung und Wohnung. Diese Formen des Lebens hatten noch lange in der Nachkriegszeit ihre Gültigkeit. Erst in den 50er Jahren begann man langsam, aber stetig, die Armut zu überwinden und damit auch die Tradition aufzugeben und sich dem Neuen und Modernen zuzuwenden.

Vor allem begann sich die Berufs- und Arbeitsstruktur zu ändern. Aus einem Land der Bauern, ist zunächst ein Land der Arbeiter und Nebenerwerbsbauern geworden. Mit der Änderung dieser Strukturen änderten sich auch die gesellschaftlichen Strukturen. Allgemein sprach man "Strukturwandel". Dieser Wandel war am stärksten in den Jahren bis 1955-1985. Diesem Zeitraum möchte ich mich nun zuwenden.
Dabei fällt es auf, daß die Jahreszahlen mit der Zahl 5 am Ende besondere Einschnitte in der Geschichte unserer Heimat und in der Geschichte der Burgenländischen Gemeinschaft darstellen. Die wichtigsten sind hier angeführt.
  1945:      Ende des Zweiten Weltkrieges
Wiedererstehen Österreichs (Zweites Burgenland) 
Beginn der russischen Besatzungszeit
1955: Abzug der russischen Besatzungstruppen 
Abschluß des Staatsvertrages 
Österreich wird ein neutraler Staat 
Eintritt in die Weltgemeinschaft, Vereinten Nationen und Europarat
1965: Ende der großen Koalition zwischen SPÖ und ÖVP auf Bundesebene
Wechsel von der ÖVP-Mehrheit im Burgenland auf die nun bestimmende
Mehrheit der SPÖ
In Rom tagt das Konzil
"Gründerzeit" im Burgenland (Fabriken, Schulen, Straßen usw.)
1975: "Jahr der Auslandsburgenländerr"
Buch und Ausstellung über die Amerikawanderung 
Partnerschaft Stegersbach - Northampton
1985: Weinskandal im Burgenland
Präsident Julius Gmoser gestorben
Übersiedlung der BG von Mogersdorf nach Güssing
1995: Bischof Laszlo gestorben
Beitritt Österreichs zur Europäischen Union

 (Fortsetzung folgt)

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Burgenlaendische Gemeinschaft 7/8 1995 Nr.336