Auswanderer Museum in Güssing
Wie es zu diesem Museum kam
3. Folge

Als ich im Jahre 1956 anläßlich meines ersten Aufenthaltes in Amerika begonnen habe, die Erinnerungen an die Burgenländer und ihre Auswanderung in Pennsylvanien und New York festzuhalten und zu sammeln, wußte ich noch nicht, worauf ich mich da eingelassen habe. Tausende Menschen habe ich in diesen 38 Jahren gefragt in Amerika, daheim und anderswo, wie es damals gewesen ist, habe Fotos, Dokumente und andere Gegenstände gesammelt als Quellen für meine wissenschaftlichen Forschungen. Das Ergebnis war ein Buch, das 1975 erschienen ist. ("Die Amerikawanderung der Burgenländer").
Diese Quellen sind im Buch und in nachfolgenden Publikationen und Ausstellungen verarbeitet. Es hat sich dann die Frage gestellt, was mit diesen Gegenständen in Zukunft geschehen soll. Ich habe dem damaligen Präsidenten Julius Gmoser den Vorschlag gemacht, ein burgenländisches Auswanderermuseum zu schaffen. Er hat begeistert zugesagt und als den Standort Mogersdorf vorgeschlagen.
Gleichzeitig hat sich der im Jahre 1974 gegründete "Josef-Reichl-Bund" auch um ein passendes Haus als Gedenkstätte für den Heimatdichter umgesehen. So kam es bald zu einem Einvernehmen, Auswanderermuseum und Reichl-Gedenkstätte im selben Haus unterzubringen. Das Objekt war bald gefunden: die "Alte Hofmühle" im Güssinger Mühlwinkel.

Dr. Johann Jandrasits, der Präsident des "Reichl-Bundes" hat dieses Haus von der gräflichen Familie Batthyany übernommen mit der Auflage, dieses verfallene Haus stilvoll wieder herzurichten.

Fast 20 Jahre hat man daran gearbeitet. Das große Problem waren die feuchten Mauern, so daß mit viel Geld und Mühe zeitaufwendige Sanierungsarbeiten durchgeführt werden mußten. Erst letztes Jahr war es so weit, daß dieses Haus bezogen werden konnte.
Pater Anton Bruck vom Orden der Franziskaner segnete das Auswanderermuseum.

Das Museum

Betritt man die Alte Hofmühle und geht einige Stufen hoch, kommt man links in die "Josef Reichl Gedenkstätte", in welcher viel an Josef Reichl erinnert. Dort sind auch seine Bücher und Schriften ausgestellt. Ein Raum ist ganz im Stile einer alten Bauernstube eingerichtet.
Das Auswanderermuseum verteilt sich auf 4 große Räume: Der 1. Raum trägt den Titel: "Der Lebensraum der Auswanderer", der 2. Raum: "Der historische Ablauf der Wanderung", der 3. Raum: "Das Leben der Burgenländer in Amerika" und der 4. Raum: "Brückenschlag zwischen neuer und alter Heimat". In jeder der folgenden Nummern unserer Zeitung wird in der Folge einer dieser Räume beschrieben werden.

(Fortsetzung folgt)

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Burgenlaendische Gemeinschaft 3/4 1995 Nr.334