Auswanderer Museum in Güssing
Herzlichen Dank!

Zur Eröffnung des Auswanderermuseums, für das jahrzehntelang gearbeitet wurde, hat der Repräsentant aller Auslandsburgenländer, der Vizepräsident der weltweiten Burgenländischen Gemeinschaft Joe Baumann aus New York in Namen aller Auslandsburgenländer dem Präsidenten, Dr. Walter Dujmovits nachstehenden Brief geschrieben:

Sehr geehrter Herr Präsident, lieber Freund Walter!

Ein Versprechen und ein Wunschtraum sind in Erfüllung gegangen. 
Das Auswanderermuseum ist eröffnet!
Als mir Renate vor einigen Wochen telefonisch mitteilte, daß es nun Wirklichkeit geworden ist, daß am Sonntag, dem 16. Oktober 1994, das Auswanderermuseum in Güssing eröffnet wird, war dies für mich persönlich eine große Freude. Ein ersehnter Wunschtraum von Dir und ein Versprechen sind in Erfüllung gegangen.
An diesem Sonntag waren auch meine Gedanken in der alten Heimat, besonders aber in Güssing bei der feierlichen Eröffnung und Einweihung des Auswanderermuseums. Ich weiß, lieber Walter, daß es ein Lebenswunsch von Dir war und Du dabei ein Versprechen halten wolltest.
Durch dieses große Werk hast Du, lieber Walter, für alle Auslandsburgenländer einen gen Gedenkstein gestellt. Schon vor Jahren, als Du das Buch "Die Amerikawanderung der Burgenländer" herausgebracht hast, war dies für uns alle ein erster Gedenkstein. Wieviel Dir an all den ausgewanderten Landsleuten gelegen ist, ist uns allen klar und darüber besteht kein Zweifel. Nur ganz wenige wissen, was das für Mühe und Arbeit gekostet hat, viele Jahre lang Stück für Stück zusammenzutragen und zu sammeln.

Ich erinnere mich noch meines Besuches in Eurem Haus, als Du mich auf den Dachboden geführt und mir all diese Sammel- und Museumsstücke gezeigt hast. Nebenbei hast Du gesagt: "Es ist mein Wunschtraum, all diese Stücke in einem Museum unterzubringen und für künftige Generationen zu erhalten".
Dein Wunschtraum und Dein Versprechen an einige Auslandsburgenländer sind nun in Erfüllung gegangen. Sehr geehrter Herr Präsident und lieber Freund Walter, ich darf Dir nun heute im Namen aller Auslandsburgenländer aufrichtigen und herzlichen Dank sagen!

Aber noch einiges hat mich sehr bewegt. Ich bin glücklich, daß es Dir auch gelungen ist, dem großen Sohn des Burgenlandes und Mundartdichter Josef Reichl in diesem Gebäude eine Gedenkstätte zu errichten.
Josef Reichl, welcher in all seinen Gedichten und Erzählungen alles in burgenländischer Mundart niedergeschrieben hat, verdient diesen Ehrenplatz. Besonders die vor Jahren ausgewanderten Burgenländer sprechen heute noch diesen Dialekt und verstehen auch noch seine Sprache.
Auch hiezu lieber Walter in schlichten Worten ein herzliches "Vergelt's Gott"!
Dank auch all jenen, welche Dich bei diesem Vorhaben unterstützt und Dir geholfen haben. Besonders aber der Burgenländischen Landesregierung für die großzügige und finanzielle Unterstützung.

Möge der Allmächtige, Dir, lieber Walter, noch recht viele, gesunde und glückliche schenken, sowohl mit Deiner Familie, als auch im Dienste für alle Burgenländer.
Mit vielen lieben Grüßen und den besten Wünschen verbleibe ich weiterhin in treuer Heimatverbundenheit 
Dein Freund 

Joe Baumann, New York

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Burgenlaendische Gemeinschaft 11/12 1994 Nr.332