Auswanderer Museum in Güssing
Eröffnung

Am 16. Oktober dieses Jahres, an einem wunderschönen Herbstsonntag, haben sich mehr als 400 Personen und eine große Zahl prominenter Gäste in Güssing eingefunden, um an der Feier der Eröffnung des Auswanderermuseums und der Gedenkstätte für Josef Reichl in der Alten Hofmühle teilzunehmen. Damit haben die Auswanderer einen gemeinsamen zentralen Bezugspunkt in der Heimat erhalten. Damit wurde den Auslandsburgenländern ein bleibendes Denkmal gesetzt, eine Erinnerungsstätte für die mehr als 100.000 Burgenländer, die schweren Herzens ihre Heimat verlassen haben und irgendwo in der Welt eine neue Heimat suchen mußten.

Gezählte 62.000 Menschen waren es, die allein nach Amerika ausgewandert sind. Ihre wirkliche Zahl liegt wesentlich höher, weil man ja nicht jeden Auswanderer erfassen konnte, besonders in früherer Zeit. Dazu leben noch viele Burgenländer in Australien, Südafrika und natürlich in den europäischen Ländern, vor allem in der Schweiz und in Deutschland. Das Museum erzählt von ihrer Geschichte.
Dieses Haus ist auch eine Stätte des Dankes, den das Burgenland den Landsleuten in Amerika schuldet, die so viel für den Aufbau und den Wiederaufbau unserer Heimat beigetragen haben, die viele Millionen ins Land geschickt haben, um bei den Daheimgebliebenen die Not zu lindern und auch Investitionen zu tätigen. Dazu gehört auch der populäre "1 Dollar-Schein" im Brief, der in unglaublich großer Zahl über das Meer geschickt wurde.

Dieses Haus soll auch beitragen, daß das Burgenland und seine Bewohner ihre Identität erkennen und erhalten. Es erzählt von einem großen Burgenland, das bei den Landesgrenzen nicht aufhört.


Die "Alte Hofmühle" - das neue Museum


Prominente Festredner haben diese Gedanken in schöne Worte gekleidet, verbunden mit dem Dank an die Burgenländische Gemeinschaft und seinem Präsidenten, Dr. Walter Dujmovits, die dieses Werk geschaffen haben, verbunden auch mit dem Dank an jene einfachen Menschen, die vor uns in diesem Land gelebt haben, die unsere Großeltern, Urgroßeltern und noch fernere Verwandte waren. Sie haben dieses Land gestaltet und uns eine Heimat hinterlassen. Sie haben uns das größte gegeben, das wir besitzen: unser eigenes Leben.

Gleichzeitig wurde die im selben Haus untergebrachte "Josef Reichl Gedenkstätte" eröffnet.

Dr. Walter Dujmovits

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Burgenlaendische Gemeinschaft 11/12 1994 Nr.332